Der bekannte Gummiverarbeiter Semperit mit Produktion in Wimpassing (Bezirk Neunkirchen), schrieb zuletzt vor allem in der Medizinsparte immer schlechtere Zahlen. Wie berichtet war deshalb im Jänner 2020 der Verkauf von "Sempermed" eigentlich schon fix, rund 100 Jobs in der Region waren in Gefahr. Doch dann kam Corona und plötzlich war alles anders.
Die Sparte war plötzlich nicht mehr nur für Verluste verantwortlich, sondern erzielte Rekordwerte. Der Umsatz des Unternehmens stieg 2020 um 10,4 Prozent auf 927,6 Millionen Euro an. Besser stand Semperit in diesem Jahrtausend nie da. Im Sektor Medizin stieg der Umsatz sogar um 53,1 Prozent an. Verantwortlich dafür war vor allem, dass die Nachfrage bei den medizinischen Schutzhandschuhen explodierte und teilweise rund um die Uhr produziert werden konnte.
Das soll aber nicht der einzige Grund für das positive Ergebnis sein. "Die pandemiebedingte Sonderkonjunktur im Geschäft mit medizinischen Schutzhandschuhen hat uns zweifelsohne den Rücken gestärkt und zu einer außergewöhnlich hohen Gesamtkapitalrentabilität geführt. Dennoch haben wir unsere Basisprofitabilität auch abseits dieses spezifischen Effektes deutlich gesteigert“, freut sich CEO Martin Füllenbach über die Rekordergebnisse.
Aktuell ist der Verkauf der Medizinsparte also wieder vom Tisch, die Jobs sind gesichert. Auch für das Jahr 2021 wird mit positiven Zahlen gerechnet. Ob die Medizinsparte nach der Coronakrise wirtschaftlich bleibt oder wieder in alte Muster verfällt und doch verkauft wird, ist freilich fraglich.