Corona-Mann von Schwager eingesperrt & mit Tod bedroht

Der 36-Jährige hat seinen Schwager inzwischen angezeigt.
Der 36-Jährige hat seinen Schwager inzwischen angezeigt.Leserreporter
Als sich Gregor F. (36) 2020 in Ischgl mit dem Coronavirus ansteckte, drohte sein Schwager ihm mit dem Tod und sperrte ihn in die Wohnung ein.

Eine Infektion mit dem Coronavirus ist schon schlimm genug, doch was Gregor F. (Name von der Redaktion geändert) danach erleben musste, gleicht einem Horror-Thriller. Alles soll nämlich am 13. März 2020 begonnen haben, als das Dienstverhältnis des 36-Jährigen, der zu der Zeit in Ischgl als Kellner gearbeitet hat, aufgrund der Corona-Pandemie beendet wurde.

"Ich hab meine Sachen gepackt und bin zurück nach Wels gefahren, wo ich in der Villa meines Schwagers ein Zimmer im Erdgeschoss bewohnt hab", erzählt Gregor F. im Gespräch mit "Heute". Seine Schwester und ihren Mann, die beide ebenfalls in dem Gebäude wohnen, habe er sofort davon in Kenntnis gesetzt, dass er nun das Virus haben könnte.

Test war positiv

Um niemanden zu gefährden bot der 36-Jährige seinem Schwager an, ins Krankenhaus zu gehen, doch dieser soll mit der Begründung "eh keine Angst vor Corona" zu haben, verneint haben. Stattdessen kümmerte sich der Schwager aber darum, dass Gregor F. auf das Virus getestet wurde. "Einen Tag später wurde mir auch schon ein Nasenabstrich genommen, der  dann ein positives Testergebnis angezeigt hat", erzählt er weiter.

Kurz darauf soll sich das Virus durch Gliederschmerzen, Schnupfen und Geschmacksverlust bemerkbar gemacht haben. "Ich hab meine Schwester dann darüber informiert, dass ich Corona hab und sie muss es wohl ihrem Mann erzählt haben", sagt Gregor F. bestürzt. "Er ist daraufhin durchgedreht und hat mir am Telefon mit Mord gedroht." "I erschieß di!", soll der Schwager in seiner Rage nämlich ständig geschrien haben.

Türen von außen verriegelt

Trotz der Morddrohungen hat Gregor F. aber keine Polizei verständigt. "Ich hab mich dann einfach in eine zweiwöchige Quarantäne begeben", erklärt er den Umstand. Doch als es dem 36-Jährigen wieder besser ging, bemerkte er, dass die Tür aus seiner Wohnung, und die zur Garage, von außen versperrt waren. "Ich weiß nicht, wann er die Türen verriegelt hat, aber ich hab sie nicht mehr aufbekommen. In einem Notfall hätte ich die Wohnung nicht verlassen können, denn auch die Fenster sind von außen vergittert (Beweisaufnahmen liegen "Heute" vor)." Erst einige Zeit später wurden die Türen geöffnet.

Durch das schreckliche Ereignis soll sich das Verhältnis zwischen den Geschwistern noch mehr verschlechtert haben, als es schon war. "Ich bin mir sicher, dass meine Schwester alles mitbekommen hat, aber sie hat nichts dagegen unternommen. Sie hat mir auch immer wieder den Tod gewünscht."

Vorfall Grund für psychische Belastung

Seit dem Vorfall soll Gregor F. unter ständigen Schlafstörungen und Angstzuständen leiden. "Es sind inzwischen so viele Dinge vorgefallen, dass ich mich nicht mehr sicher fühle", erzählt er betrübt. Unter anderem soll sein Schwager Gregor F. mit einer Waffe bedroht haben, indem er mit ihr auf ihn gezielt hat. "Deshalb hab ich mich nun dazu entschlossen, ihn bei der Polizei anzuzeigen (Dokument liegt "Heute" vor).

Zwar wohnt der 36-Jährige immer noch in dem Zimmer der Villa, allerdings wird er in den kommenden Tagen ausziehen, wie er selbst sagt. "Ich wollte nie Unfrieden stiften, aber die Vorfälle belasten mich psychisch sehr", erzählt er abschließend.

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