Corona oder Schnupfen? Hier bekommst Du rasch Antwort

Ab sofort können Wiener in den sogenannten Checkboxen Corona-Schnelltests machen. Bis Anfang Dezember soll es wienweit 30 mobile Ordinationen geben.

Einfach eine Verkühlung oder doch eine Covid-Infektion? Da der Unterschied für die Betroffenen nicht immer leicht zu erkennen ist, bietet die Stadt Wien in Kooperation mit der Ärztekammer Wien und dem Ärztefunkdienst sogenannte Checkboxen. In diesen mobilen Ordinationen können Wiener mit Schnupfen-, Erkältungs- und Grippe-Symptomen einen Antigen-Test machen. Dieser funktioniert über einen Nasenabstrich, das Ergebnis liegt zwischen zehn bis 15 Minuten später vor, das Ergebnis und weitere Maßnahmen werden direkt vor Ort mit einem Arzt besprochen.

Fällt der Antigen-Schnelltest negativ aus, können sie die Patienten direkt in der Container-Ordination von einer Ärztin oder einem Arzt behandeln lassen. Bei einem positiven Test wird zusätzlich ein PCR-Test durchgeführt sowie umgehend die notwendige Maßnahmen (etwa Absonderung zuhause) und Contact-Tracing veranlasst. Innerhalb von 24 Stunden soll das Ergebnis des PCR-Tests vorliegen und dem Patienten zugeschickt werden.

Arzt in Checkboxen schreibt Rezepte oder verhängt Quarantäne

Heute, Mittwoch, wurde in Favoriten eine der ersten zwei Checkbox vorgestellt. In der Ludwig von Höhnelgasse 2, vor dem Eingang zum Laaerbergbad (Favoriten) erklärten Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und der Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, Johannes Steinhart die Vorteile des neuen Service. Der zweite Standort ist am Mildeplatz in Ottakring.

"Wir haben hier gemeinsam mit der Ärztekammer Wien und dem Ärztefunkdienst für die Husten- und Schnupfenzeit etwas völlig Neues geschaffen. Die mobilen Ordinationen vereinen die Behandlung von Patientinnen und Patienten sowie die Aufgaben der Gesundheitsbehörde, gegen die Pandemie vorzugehen, an einem Ort“, betont Hacker. Mit den Checkboxen ermögliche die Stadt auch in Corona-Zeiten eine sichere ärztliche Behandlung von PatientInnen mit Schnupfen-, Erkältungs-, oder grippalen Symptomen. "Ein Arzt kann direkt vor Ort Rezepte verschreiben und – im Fall eines positiven Tests – auch eine Quarantäne verordnen", betont Hacker. 

Daneben würden die niedergelassenen Ärzte und Spitäler entlastet: "Mit den Checkboxen schaffen wir es, den Patientenfluss besser zu steuern. Wir können so die Wartebereiche von Ordinationen und Ambulanzen von Schnupfen- oder Covid-Patienten für andere Patienten freihalten" ergänzt Steinhart.

Anmeldung zu Schnelltests ab sofort, aber nur online

Ab heute gibt es in Wien zwei Checkboxen, bis Anfang Dezember sollen es 30 sein. Die genauen Standorte will die Stadt noch nicht verraten, denn diese könnten sich noch ändern. Alle sollen aber dezentral und gut erreichbar sein. 

Um einen Antigen-Test machen zu können, müssen Patienten vorab einen Termin ausmachen. Dies ist derzeit nur online über die Homepage des Ärztefunkdienstes Wien und maximal drei Tage im Voraus möglich. Dafür haben die Checkboxen täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Mit der E-card geht es nach der Anmeldung und dem zugesandten Ticket in eine der "Checkboxen". Als erste Patienten nutze am Mittwoch das Ehepaar Ingeborg und Walter K. (beide 80) das Angebot. Nach wenigen Minuten stand fest: Beide sind negativ, können beruhigt Ingeborgs heutigen 80. Geburtstag feiern.  

Hacker weiter gegen Schulschließungen

Trotz der stark steigenden Corona-Fallzahlen spricht sich Hacker weiter gegen eine Schulschließung aus. Kinder und Jugendliche bräuchten Routine, die letzten Monate hätten bei ihnen schon genug Schaden angerichtet, "lassen wir die Kinder in Ruhe", so Hacker. 

Zudem seien neue Maßnahmen in den Schulen gar nicht notwendig: "Wir führen seit Anfang September ein sehr scharfes Monitoring durch, wissen daher, dass die Zahl der positiven Fälle an den Schulen extrem gering sind. Vor allem bei den 0- bis 14-Jährigen spielt Corona praktisch keine Rolle", so der Stadtrat. Zudem würde eine Schulschließung wieder zu einer Doppelbelastung der Eltern führen, "und viele würden das nicht schaffen", betont Hacker. 

Vielmehr stören ihn hingegen die Bilder vom Wochenende, die tausende Menschen bei der Eröffnung eines Großmarktes zeigen. "Das muss ja nicht sein". Vom Gesundheitsministerium wünscht sich Hacker eine klare Vorgabe, wieviele Menschen pro zur Verfügung stehender Fläche erlaubt sein, das würde mehr bringen. 

"Lage in Wiener Spitälern angespannt"

Trotz steigender Zahlen sei die Versorgung aller Corona-Patienten in Wien gesichert, unterstrich Hacker. Man dürfe das aber auch nicht schönreden, "die Lage ist natürlich angespannt". Daher teile man die Arbeit so gut auf, wie es gehe. Hacker verwies auf die Kooperation der Stadt Wien mit den Wiener Privatspitälern

Auch wenn manche Operationen verschoben werden müssten, der Notfallbereich sei "selbstverständlich voll funktionstüchtig und bleibt bestehen". Das betreffe Herzinfarkte und Unfälle ebenso wie etwa Krebsbehandlungen. Die Stadt habe sich auf die steigenden Coronazahlen im Herbst und Winter vorbereitet und einen Stufenplan erarbeitet. "Je nach Situation schalten wir eine Abteilung nach der anderen für die Versorgung von Corona-Patienten frei", so Hacker.

Etwa im Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Hernals: Hier wurde gerade mehr Platz für Covid-Erkrankte gemacht, ab nun stehen 45 Betten, acht Intensivbetten und zehn Nachsorgebetten bereit.

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