Weihnachten ist auch ein Fest der Familie, Kinder und Jugendliche von Wohngemeinschaften und Heimen fahren heim zu ihren Eltern. Doch wie sieht die Situation heuer wegen der schwierigen Corona-Lage aus? Auch Heime und WGs wollen eine Ansteckungsgefahr so gut wie möglich vermeiden.
Ein Vater einer Jugendlichen (19) beschwerte sich nun, dass seine Tochter über Weihnachten nur zu den Eltern dürfe, wenn diese einen Coronatest in Eggenburg (Horn) machen: Einen Test lasse er sich noch einreden, es sei aber nicht in Ordnung, dass festgelegt werde, wo der Test stattfinden soll.
Offenbar ein Missverständnis. "In unserer Sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft Roseldorf wohnen elf Kinder und Jugendliche, drei junge Erwachsene werden im Betreuten Wohnen in Eggenburg und Hollabrunn begleitet", erklärt Elisabeth Schober von der Sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft Roseldorf. "Wir betreuen Kinder und Jugendliche, die aufgrund von persönlicher und/oder sozialer Konfliktsituationen der öffentlichen Erziehung anvertraut wurden und bieten ihnen ein familienähnliches Wohnen. Corona ist für uns alle eine besondere Herausforderung, da wir schauen müssen, dass Kinder, Jugendliche und BetreuerInnen gesund bleiben."
Letztes Wochenende (12./13. Dezember) sei Abholwochenende gewesen, an dem die Kinder und Jugendlichen zu ihren Angehörigen fahren konnten.
Zum Glück gab es an diesem Wochenende die Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen und "wir fuhren mit allen Kindern zum Testen. Wir holten auch die Jugendlichen des Betreuten Wohnens dazu ab, damit wir sicher gehen konnten, dass keine/r der Angehörigen angesteckt werden kann. Damit alle Kinder und Jugendlichen (dort wo es möglich ist und die Fachkräfte für Sozialarbeit die Zustimmung geben) die Weihnachtstage bei den Angehörigen verbringen können, wollten wir auf keinen Fall, dass ein Kind vor oder nach diesem Elternwochenende krank ist oder die anderen ansteckt. Daher baten wir die Eltern, ihre Kinder nur zu holen, wenn sie selbst auch negativ auf Corona getestet sind. Es stand jedem Elternteil offen, wo er/sie sich testen lassen wollte. Es wurde auch von unseren Kindern und Jugendlichen keiner in Eggenburg getestet und dies auch keinem nahegelegt", betont Schober.
Sie stellt klar: "Es müssten bei einem positiven Fall ALLE auf die Feiertage bei den Angehörigen verzichten! Nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch die MitarbeiterInnen müssten auf Weihnachten mit den Angehörigen verzichten, da wir dann alle K1-Personen wären und in Quarantäne sein müssten. Daher ist es in unser aller Interesse, möglichst genau Bescheid zu wissen, Tests in Anspruch zu nehmen und uns alle damit zu schützen."
Vor den Weihnachtsfeiertagen müsse kein Test gemacht werden, bevor die Kinder und Jugendlichen zu den Angehörigen fahren, "wohl aber werden wir Tests ankaufen, um die Kinder, Jugendlichen und MitarbeiterInnen der WG bei Rückkehr zu testen. Wir sind sehr bemüht, das Beste für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu tun".