Politik

Impfpflicht – Fenninger will Gnadenfrist für Weigerer

Die Impfpflichtspaltet auch den Pflegebereich. Volkshilfe-Chef Erich Fenninger fordert nun eine Übergangsfrist, "um keine Mitarbeiter zu verlieren".
Nikolaus Pichler
26.11.2021, 05:51

Verschärft die Impfpflicht die ohnehin angespannte Personalsituation im Pflegebereich? Dieser Frage ging das Morgenjournal am Dienstag auf Ö1 nach. Denn auch dort ist in Teilen des Personals die Aufregung groß. Auch Volkshilfe-Chef Erich Fenninger ist geteilter Meinung zur allgemeinen Jaukerl-Pflicht. "Mir wäre lieber gewesen, wenn man genügend Werbung für die Impfung macht", sagt Fenninger im Ö1-Gespräch. "Im Prinzip ist jeder Ungeimpfte, der Kontakt zu vulnerablen Gruppen hat, einer zu viel. Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der Bevölkerung." 

Andererseits helfe die allgemeine Impfpflicht, ungeimpfte Kollegen vom Jaukerl zu überzeugen, betont Fenninger, der zugleich auch Vorsitzender der Sozialwirtschaft ist. Der psychologische Druck liege aufgrund der General-Impfpflicht nun nicht mehr nur auf den Pflege-Mitarbeitern, so sein Tenor. 

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"Gefahr, Mitarbeiter zu verlieren"

Gleichzeitig sieht er die "Gefahr, Mitarbeiter zu verlieren" als "grundsätzlich gegeben" an. Um dieses Risiko zu schmälern, fordert der rote Sozialchef eine Übergangsfrist und klare Regeln. "Es braucht Vorgaben und Übergangsfristen, dass man Zeit hat, das umzusetzen." Auch Leiter von Träger-Organisationen aus den Bundesländern betonten gegenüber dem Radiomagazin ähnliches. "Was bedeutet es arbeitsrechtlich, wenn sich jemand nicht impfen lässt?", so ein Vertreter aus Kärnten. Ein anderer macht sich stark für "Aufklärungsgespräche für Ungeimpfte". 

Erst vor Kurzem kam es zu einem Eklat in Linz. Drei Mitarbeiter von Altersheimen müssen nach der Corona-Demo am Wochenende in Wien mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen. Sie waren dort mit einem Transparent mit der Aufschrift "Seniorenzentren Linz sagen Nein zur Impfpflicht" aufgetreten, informierte Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ) am Dienstag. Sie sehe damit eine Grenze überschritten. Die SZL Seniorenzentren Linz GmbH distanziere sich von dem Auftritt, man werde sich von den Mitarbeitern trennen.