Seit dem Sieg des ESC-Vorentscheids "Vienna Calling" am 20. Februar im ORF ist für Cosmó, der eigentlich Benjamin Gedeon heißt, nichts mehr wie zuvor. "Mein Leben hat sich jetzt schlagartig verändert", sagt er begeistert im "Heute"-Gespräch. "Es ist kein Traum, es ist alles sehr real".
Der 19-jährige Burgenländer mit ungarisch-deutschen Wurzeln hat sich die Teilnahme beim Song Contest "schon so lange gewünscht – seitdem ich Conchita gewinnen gesehen habe, das war so ein schöner Moment." Am 14. Mai wird er im zweiten Halbfinale in der Wiener Stadthalle auftreten, sowie im Finale am 16. Mai.
Sein Song "Tanzschein", den er für seine Mama geschrieben hat, ist nicht nur eine Partyhymne, sondern auch Gesellschaftskritik am männlichen Balzverhalten. "Junge Menschen sind im Club mit stereotypischen Erwartungen konfrontiert, mit Klischees und Ängsten, die wir mit Tanzen überwinden wollen. Dass es starke Männer und schwache Frauen gibt, ist zum Beispiel so ein Vorurteil, das nicht mehr in die heutige Zeit passt. Auf der Tanzfläche können alle zusammenkommen, so wie sie sind. Im Wort Akzeptanz steckt ja schon das Wort Tanz."
Sein Studium der Zahnmedizin hat Cosmó nach einem Semester nun vorübergehend auf Eis gelegt. "Ich lasse mich beurlauben." Jetzt will sich der ehemalige "The Voice Kids"-Teilnehmer lieber voll auf seine Musikkarriere konzentrieren und auf seine Song-Contest-Teilnahme aufbauen. Der 19-Jährige glaubt auch daran, den ESC nochmal nach Österreich holen zu können, "wenn die Sterne richtig stehen."
Apropos Stern: Sein Markenzeichen hat er sich erst kurz vor dem Live-Casting aufs Auge gemalt, "eine spontane Idee, um wiedererkannt zu werden". Womöglich hat er schon vorgefühlt, dass er ein ESC-Star wird. Dass der Musiker die Live-Show gewonnen hat, kam jedoch für viele überraschend, er zählte nicht zu den Top-Favoriten.
Das TV-Publikum wählte ihn jedoch klar zur Nummer eins, vielleicht auch beflügelt durch 500 Gratis-Spritzer, die WU-Studenten für ihr Televoting versprochen wurden. Die Fachjury fand Cosmó am zweitüberzeugendsten. "Musik ist Geschmacksache", entgegnet er kritischen Stimmen. Cosmó betonte schon früher gegenüber "Heute", dass nicht seine Stimme sein größtes Atout sei. "Ich glaube, ich wurde eher aufgrund meiner Performance gewählt."