Cuphead im Test: Nicht alle Tassen im Schrank

Das Jump'n'Run-Indiegame "Cuphead" bringt Gamer zur Verzweiflung: Die Bosse sind fast nicht zu bezwingen. Und anderes Kanonenfutter gibt es kaum.

Auf der Gamemesse E3 2014 wurde das Spiel erstmals vorgestellt und sorgte im Nu für Aufsehen: das Jump'n'Run-Spiel "Cuphead", das liebevoll im hübschen Cartoon-Stil der 1930er-Jahre gehalten ist. Regelmäßig hat man in den folgenden Jahren Neues übers Spiel erfahren, erst jetzt aber ist es für Xbox One und PC erschienen. Hinter dem Spiel steckt die "StudioMDHR Entertainment Inc" in Kooperation mit Microsoft.

"Cuphead" stellt Gamer vor eine frustrierende Tatsache: Ohne eine Menge Geduld, x-faches "Game Over" und unzählige Neuversuche sind die Level dieses optisch und akustisch brillanten Spiels nicht zu meistern. Gespielt wird mit der Figur Cuphead, der seine Seele an den Teufel verkauft hat und sie behalten darf, wenn er andere unselige Gestalten in die Hölle schickt.

In Jump'n'Run-Manier gilt es, Bossgegner en masse zu eliminieren, die Kämpfe sind aber selbst im einfachen Schwierigkeitsgrad kaum zu gewinnen. Auch grafisch ist das Game eher ungewöhnlich, zeigt sich im Cartoon-Gewand, das man aus der Feder von Walt Disney und Max Fleischer in den 30er-Jahren kennt. Ganz klar: Dieses Spiel hat nicht alle Tassen im Schrank.

Allein oder im Koop

Das brachial schwere Game kann man alleine oder im Koop zocken, bei Letzterem wird Cuphead von Mugman unterstützt. Der Spielverlauf: Mit der Figur läuft man über eine Weltkarte, auf der die Bossgegner zu finden sind. Bei diesen wechselt das Spiel in eine klassische Cartoon-Szenerie mit Run'n'Gun-Gameplay. Auch zwischendrin gibt es kleinere Passagen, durch die man schießend und springend läuft, allerdings sind alle eher kurz gehalten.

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Nur durch das meistern solcher Passagen und Bosse schalten sich weitere Herausforderungen frei. Ist eine Karte abgeschlossen, warten noch zwei weitere und schließlich ein Finale. Man erratet es: Der Umfang des Spiels ist nicht sonderlich groß, allerdings wird man aufgrund des extrem hohen Schwierigkeitsgrads auch nicht schnell das Spiel durchzocken können.

Seichte Story, tolles Gameplay

Wer Cuphead auch von der Story her vollends erfahren möchte, muss allerdings jede einzelne Boss-Battle auf dem schwierigen Grad "Regular" und nach auf dem leichteren "Simple" schaffen. Nur dann hat man Zugang zum großen Finale des Spiels. Trotzdem: So spannend sich die Story anfangs gestaltet und so innovativ die Idee dahinter ist, tiefgründig wird es im Verlauf des Spiels leider nicht.

Macht aber nichts, denn das eigentliche Highlight von Cuphead ist sowieso das Gameplay. Und das, obwohl es eigentlich recht simpel ist: Als Spielfigur kann man nicht mehr als sich links und rechts bewegen, springen und mit unbegrenzter Munition schießen sowie Spezialangriffe ausführen und eine aufladbare Superattacke nützen. Zwischendurch springt man auch in ein Flugzeug und schießt die Gegner am Himmel ab.

Fordernd und kurzweilig

Während man aber selbst nach zwei, drei Treffern den Kampf wiederholen muss, stecken die Bosse Kugel um Kugel ein und wechseln zwei bis drei Mal pro Kampf ihre Angriffstaktik. In dieser Hinsicht erinnert Cuphead stark an die Souls-Spiele oder Nioh, wo man ebenfalls stirbt, dazulernt, stirbt, Neues ausprobiert und den Gegner dann irgendwann meistert. Teils frustrierend, insgesamt aber schön fordernd und kurzweilig.

Nichts auszusetzen gib es an der Steuerung, die punktgenau reagiert. Wenn wir also jemandem die Schuld an unserem Versagen geben wollen, dann müssen wir sie uns selbst geben. Etwas Hilfe bekommt man durch die sammelbaren Münzen, die im Shop für Buffs ausgegeben werden können. Als unbedingt notwendig stellt sich dabei ein Buff heraus, der Cuphead davor bewahrt, schaden beim Dashen zu nehmen. Absoluter Tipp!

Fazit: Nicht alle Tassen im Schrank

Ja, Cuphead ist brutal schwer und definitiv wird man keine Freude daran haben, wenn man nur Freund von einfachen Plattformern ist. Wer sich aber auf die große Herausforderung einlässt, wird mit einem Game im attraktiven Cartoon-Look mit einer exzellenten Steuerung und irrwitzigen Figuren belohnt, das die Gamer-Ehre auf die Probe stellt. (jag/rfi)

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