Die 25-jährige gebürtige Russin, die seit Jänner 2026 für Österreich spielt, war beim WTA-1000-Turnier in Spaniens Hauptstadt eigentlich schon gescheitert, verlor in der Qualifikation gegen Landsfrau Sinja Kraus. Doch die krankheitsbedingte Absage von Madison Keys brachte Potapova als Lucky Loserin ins Hauptfeld – eine Chance, die sie beim Schopfe packte und ganz groß aufspielte. Sie steht nach einem hart umkämpften Drei-Satz-Sieg gegen die Tschechin Karolina Pliskova, einst die Nummer eins der Tenniswelt, bereits im Halbfinale – 6:1, 6:7 (4), 6:3.
"Das ist die beste Woche in meiner Karriere. Aber es war eine echte Achterbahnfahrt. Ich habe begonnen, das beste Match meines Lebens zu spielen. Im zweiten Satz bin ich dann nervös geworden, weil ich die Ziellinie vor Augen gesehen habe. Es war nicht einfach, damit umzugehen, vor allem, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben in dieser Position war", erzählte Potapova nach dem verwandelten Matchball bei "Sky". "Dieses Turnier gibt mir einfach zweite Chancen. Ich habe die zweite Chance im dritten Satz bekommen. Das konnte ich mir nicht mehr nehmen lassen", lachte Potapova.
Wichtiger Baustein beim Viertelfinal-Sieg gegen die Tschechin war auch Partner Tallon Griekspoor. Der Niederländer eilte nach seinem verlorenen Doppel in die Box der Neo-Österreicherin, feuerte Potapova an. "Er ist genau richtig gekommen, um mich zu retten. Ich war mental angeschlagen, war angefressen, wie der zweite Satz verlaufen ist, er ist dann im wichtigsten Moment gekommen, hat mir gesagt, dass wir gemeinsam hier sind. Das hat mir den Push gegeben. Ich habe es auf dem Platz geschafft, er hat es mental für mich geschafft", schmunzelte die 25-Jährige.
Da bot sich natürlich die Frage an, ob sich Potapova bei ihrem Herzbuben ganz speziell bedanken wolle, den 29-Jährigen etwa zu einem Abendessen einladen werde. Da konnte die österreichische Nummer eins im Tennis nur laut lachen. "Vielleicht gehen wir essen, aber wir beide mögen unsere Privatsphäre, wir wollen uns ausrasten. Das ist wichtiger als ein Dinner", erzählte Potapova. Und fügte lachend an: "Nach dem Turnier werden wir irgendwo hin gehen und sicher unseren Spaß haben."
Zuvor hat die 25-Jährige aber noch die Chance, nach dem größten Erfolg zu greifen. Potapova bekommt es im Halbfinale nun mit der Ukrainerin Marta Kostyuk zu tun. Die machte im letzten Viertelfinale des Turniers mit der Tschechin Linda Noskova in 1:27 Stunden vor allem im zweiten Durchgang kurzen Prozess – 7:6 (1), 6:0. Die 23-Jährige ist seit zehn Spielen und überhaupt auf Sand im Jahr 2026 unbesiegt.
Das Spiel beginnt am Donnerstagabend um 21.30 Uhr.