Für die kleine Gemeinde Rohr im Kremstal steht ein spürbarer Einschnitt bevor. Mit 27. Juni schließt das ADEG-Kaufhaus im Ortszentrum endgültig seine Türen. Damit verschwindet die letzte Einkaufsmöglichkeit direkt im Ort.
Das Geschäft liegt zentral unterhalb der Pfarrkirche und war über Jahrzehnte hinweg mehr als nur ein Supermarkt. Für viele Bewohner war es täglicher Treffpunkt, Versorger und fixer Bestandteil des Dorflebens. Hier bekam man Lebensmittel, Dinge für den Alltag - und oft auch ein kurzes Gespräch.
Der Betrieb wurde über mehrere Generationen hinweg als Familienunternehmen geführt. Nun endet diese Tradition, weil sich kein Nachfolger gefunden hat. Die Betreiberin verabschiedet sich in den Ruhestand und bedankt sich in einer persönlichen Mitteilung bei ihren treuen Kunden sowie bei ihren langjährigen Mitarbeitern für die Unterstützung.
Mit der Schließung trifft Rohr ein Problem, das viele ländliche Regionen betrifft. Kleine Nahversorger kämpfen zunehmend ums Überleben, während gleichzeitig immer weniger Menschen bereit sind, solche Betriebe zu übernehmen. Für ältere Bewohner oder Menschen ohne Auto wird der Weg zum nächsten Geschäft damit deutlich länger und mühsamer.
Gemeindevertreter stehen nun vor der Herausforderung, Lösungen zu finden. Diskutiert werden könnten etwa neue Nahversorger-Modelle, Kooperationen oder mobile Angebote. Konkrete Pläne gibt es derzeit aber noch nicht.