Darum fällt das 2.000 Euro teure Handy auseinander

Schlechter Start für Samsung: Eine Reihe neuer Falthandys, die als Testgeräte verteilt wurden, haben innerhalb von kürzester Zeit den Geist aufgegeben.

Das hatte sich Samsung sicher anders vorgestellt: In den USA und in Europa hat der Hersteller die ersten Testgeräte des Falthandys Galaxy Fold an Journalisten verteilt. Blöd nur: Im Netz wimmelt es von Geräten mit flackernden oder ganz kaputten Displays – "Heute.at" berichtete. Nun liegen erste Details vor, warum die Geräte auseinanderfallen.

So berichtet etwa das Tech-Portal Theverge.com, dass das Gerät nach einem Tag Betrieb defekt war. Ähnliches meldet Cnbc.com. Deren Testgerät war ebenfalls nach 24 Stunden lädiert. Reporter von Bloomberg.com berichten, dass das Galaxy Fold nach zwei Tagen Betrieb den Geist aufgab. "Heute" konnte das Handy ebenfalls anschauen. Allerdings beschränkte sich das auf eine rein optische Betrachtung, zu wenig, um Eindrücke zu sammeln.

Schutzfolie? Nein.

Die US-Tester nutzten das Gerät bereits im Alltag. Einige der Nutzer sollen dabei eine Folie vom Innendisplay abgezogen haben (siehe Bildstrecke). Diese wäre aber eigentlich nicht zum Entfernen gedacht gewesen. Andere Nutzer wiederum sagten, dass sie die Folie nicht entfernt hatten, es aber dennoch Probleme gab. Wenn aber sogar die erfahrensten Tech-Journalisten der USA Mühe haben, zu erkennen, dass die Folie nicht entfernt werden darf, wird es bei Kunden, die das Gerät kaufen, wohl auch zu Problemen führen.

Samsung reagierte mit einer Mitteilung auf die Vorfälle. Man wolle die betroffenen Geräte gründlich inspizieren, um die Ursache zu ermitteln, heißt es. Weiter stellt Samsung klar, dass die oberste Schutzschicht ein Teil des Bildschirms sei und nicht entfernt werden dürfe. Die Folie sei dazu da, den Screen vor Kratzern zu schützen. Man werde sicherstellen, dass dies Kunden deutlich kommuniziert werde. Der Hersteller will das Galaxy Fold ab dem 26. April für 2.000 Euro auch in Österreich vorbestellbar machen, verkauft wird es ab 3. Mai. In den USA soll das Gerät bereits durch Vorbestellungen ausverkauft sein.

Ein kleines Déjà-vu

Die aktuellen Fälle erinnern an das PR-Debakel, das Samsung mit dem Galaxy Note 7 erlebte. Der Hersteller hatte das Smartphone im August 2016 präsentiert. Kurz darauf gab es Meldungen, dass eine kleine Anzahl Geräte Feuer gefangen habe. Worauf Fluggesellschaften das Note-7-Handy an Bord verboten. Im September 2016 kündigte der Hersteller eine globale Rückrufaktion an.

Als auch einige der ausgetauschten Geräte zu brennen begannen, wurde die Produktion im Oktober vollständig gestoppt. Später gestand Samsung Fehler in der Produktion ein und verbesserte die Qualitätsstandards bei der Herstellung des mitverantwortlichen Akkus.

(tob)

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