Wir teilen zwar den Alltag mit unseren Hunden, doch ihre Wahrnehmung der Welt unterscheidet sich deutlich von unserer.
Während wir Menschen Farben klar unterscheiden können, sieht das bei Hunden anders aus, erklärt der Schweizer Hundetrainer Cyrill Matter.
Hunde verfügen über einen ausgesprochen feinen Geruchssinn: Je nach Rasse besitzen sie bis zu rund 300 Millionen Riechzellen. Beim Schnüffeln strömt die Luft seitlich aus den Nasenschlitzen hinaus, was ihnen hilft, weitere Gerüche zur Nase zu bringen.
Ihr Gehirn verknüpft den Geruchssinn sogar direkt mit Bereichen für die visuelle Verarbeitung, was 2022 erstmals wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
Wie "l'essentiel" berichtet, unterscheidet sich auch das Hörvermögen von Hunden stark von dem des Menschen. Sie können Töne bis etwa 45.000 Hertz wahrnehmen – deutlich mehr als wir.
Vor allem hohe Töne, wie sie etwa Hundepfeifen erzeugen, sind für sie besonders gut hörbar.
Im Hinblick auf die Farbwahrnehmung sind Hunde Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche ähnlich: Sie unterscheiden Blau und Gelb gut, Rot und Grün dagegen kaum.
Deshalb hebt sich ein roter Ball im grünen Gras für uns deutlich ab, für den Hund jedoch nicht. Das Ballspielen wird dadurch zu einer Herausforderung – oft hilft dem Tier dann nur noch die Nase beim Auffinden des Spielzeugs.
Neben dem Geruch und Gehör spielt auch die Körpersprache eine wichtige Rolle. Hunde achten weniger auf gesprochene Wörter, sondern vielmehr auf die Haltung und das Verhalten ihres Menschen.
Ruhige Präsenz und eindeutige Körpersignale sind für sie viel verständlicher als gesprochene Kommandos.