Wenn ein Hund mit der Rute wedelt, nehmen viele Menschen an, das Tier sei freundlich und gut gelaunt. Doch diese Annahme ist nicht immer korrekt. Das Wedeln zeigt in erster Linie einen hohen Erregungszustand – ob dieser jedoch positiv oder negativ ist, hängt von der Form des Wedelns ab.
Laut moderner Verhaltensbiologie signalisiert das Wedeln Aktivierung. So bedeutet eine hoch getragene, steife Rute mit kleinen, schnellen Bewegungen meist Anspannung oder sogar eine Drohung. Ist die Rute tief zwischen den Beinen und bewegt sich zögerlich, zeigt das Unsicherheit. Freude drückt ein Hund aus, wenn die Rute mittelhoch und locker schwingt und das ganze Hinterteil mitwackelt.
Hundetrainer Cyrill Matter erklärt auf "20min.ch", dass Hundebesitzer und auch andere Menschen lernen sollten, die Körpersprache der Tiere richtig zu deuten. Nur so können Missverständnisse und mögliche Bissvorfälle vermieden werden.
Studien zeigen, dass Hunde bei positiven Reizen eher rechtsbetont mit der Rute wedeln, bei negativen linksbetont. Andere Hunde können diesen Unterschied erkennen und darauf reagieren. Menschen hingegen übersehen diese feinen Signale oft, was zu falschen Einschätzungen führt.
Um herauszufinden, ob ein Hund gestreichelt werden möchte, empfiehlt sich der Drei-Sekunden-Test: sich seitlich nähern, in die Hocke gehen und die Hand locker hinstrecken. Kommt der Hund von selbst, darf er kurz an der Brust oder Flanke gestreichelt werden – aber nie über den Kopf. Nach drei Sekunden die Hand zurückziehen und abwarten. Zieht sich der Hund zurück, ist das ein klares Nein. Sucht er erneut Kontakt, darf weiter gestreichelt werden.
Gerade bei Kindern ist es wichtig, zu erklären, dass Schwanzwedeln nicht immer Freude bedeutet. Nur mit Wissen über Hundesignale können Mensch und Tier sicher zusammenleben.