Tierisch unhöflich

Deshalb streichelt man fremde Hunde nicht am Kopf

Aus Hundesicht ist die gut gemeinte Geste oft alles andere als freundlich, weshalb man vor allem einen fremden Hund niemals am Kopf streicheln sollte.
Heute Tierisch
08.08.2026, 07:15
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Viele Menschen meinen es gut: Sie sehen einen süßen Hund, beugen sich über ihn und streicheln ihm direkt über den Kopf. Was für uns eine liebevolle Begrüßung ist, kann für den Vierbeiner jedoch bedrohlich und unangenehm wirken. Verhaltensbiologen und Hundetrainer raten deshalb, insbesondere fremde Hunde niemals ungefragt am Kopf anzufassen.

Hundesprache lernen!

Menschen und Hunde kommunizieren völlig unterschiedlich. Während wir Nähe oft durch Berührungen ausdrücken, würden Hunde einander niemals zur Begrüßung mit der Pfote auf den Kopf drücken. Im Gegenteil: Direkte Berührungen von oben gehören im Hundeverhalten eher zu dominanten oder kontrollierenden Gesten.

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Beugt sich ein Mensch zusätzlich über den Hund, entsteht aus dessen Perspektive eine bedrängende Situation. Der Blick von oben, der ausgestreckte Arm und die Hand, die sich auf den Kopf senkt, können wie eine Drohung wirken – nicht nur bei unsicheren oder schlecht sozialisierten Hunden, sondern einfach auch bei fremden Hunden, die kein Vertrauen zu der unbekannten Person aufgebaut haben.

Sensible Körperregion

Der Kopf gehört zu den empfindlichsten Bereichen des Hundekörpers. Dort befinden sich Augen, Ohren, Nase und Tasthaare, über die Hunde ihre Umgebung wahrnehmen.

Eine plötzlich auftauchende Hand im Gesichtsfeld kann deshalb einen Schreckreflex auslösen. Manche Hunde ziehen lediglich den Kopf weg oder ducken sich. Andere zeigen sogenannte Beschwichtigungssignale wie Gähnen, Wegschauen oder Lippenlecken. Werden diese Warnzeichen übersehen, kann ein Hund auch knurren oder im schlimmsten Fall zuschnappen.

Gerade Kinder interpretieren dieses Zurückweichen häufig falsch und versuchen, den Hund erneut anzufassen – wodurch sich die Situation weiter zuspitzen kann.

Subtil - aber sehr wichtig! Hier einige Beschwichtigungssignale, die meist weit vor einem Biss gezeigt werden:

- Kopf wegdrehen und/oder Blick abwenden;

- Ohren anlegen;

- Lippen lecken und/oder züngeln;

- gähnen;

- Erstarren;

- die Rute wird starr oder ist eingezogen;

Der Hund MUSS gar nichts

Wer jetzt der Meinung ist, dass sich sein Hund in jedem Fall die Berührung des Frauchens oder Herrchens gefallen lassen muss, sollte vielleicht doch lieber zum Stofftier ohne Puls greifen. Immerhin wird eine tiefe und vertrauensvolle Beziehung zum Hund angestrebt, die aber nur dann funktionieren kann, wenn man auch mal beim eigenen Hund einen "schlechten Tag" respektiert und ihn nicht permanente "Kuschelattacken" aufzwingt.

Streichle die Brust, die Schulter, die Flanke und den Hals, anstatt dem Hund den Kopf zu tätscheln, denn simma mal ehrlich - mögen wir das? Wenn eine Vertrauensbeziehung aufgebaut wurde, ist es natürlich meistens so, dass auch Berührungen und Massagen am Kopf vom eigenen Hund als angenehm empfunden und positiv verknüpft werden, aber bei einem fremden Hund, besser gar nicht - als "falsch" streicheln.

Recht auf Abstand

Hunde sind soziale Lebewesen mit einer sehr feinen Körpersprache. Wer ihre Individualdistanz respektiert und auf ihre Signale achtet, schafft die Grundlage für entspannte Begegnungen. Ein freundlicher Hund muss sich nicht von jedem Menschen anfassen lassen – und genau dieses Recht auf Abstand macht den Umgang mit unseren vierbeinigen Begleitern sicherer und fairer.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.08.2026, 07:15