Tierische fünf Minuten

Warum dein Hund plötzlich "Zoomies" bekommt

Die "narrischen fünf Minuten" gibt es nicht nur bei uns Menschen: Auch Hunde drehen manchmal plötzlich völlig durch. Was sind "Zoomies"?
Heute Tierisch
16.08.2026, 08:11
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Eben döst der Hund noch friedlich auf dem Teppich – und eine Sekunde später rast er mit angelegten Ohren durch die Wohnung, nimmt das Sofa in einer halsbrecherischen Kurve und dreht im Garten seine Runden. Ist Bello plötzlich verrückt geworden? Keine Sorge: Die berühmten "fünf Minuten" haben sogar einen wissenschaftlichen Namen.

Hundebesitzer kennen diesen Blick. Die Augen werden groß, der Hintern geht ein wenig nach unten – und plötzlich scheint jemand den Turbo eingeschaltet zu haben. Der Vierbeiner rast kreuz und quer durch die Wohnung oder den Garten, schlägt Haken, dreht Kreise und lässt sich kaum bremsen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Und genauso plötzlich, wie der Spuk begonnen hat, ist er meist auch wieder vorbei. Der Hund steht da, als wäre nichts gewesen. Oder lässt sich zufrieden auf den Boden plumpsen.

"Zoom, Zoom, Zoom, Zoom"

Was im Wohnzimmer nach einem spontanen Anfall von Wahnsinn aussieht, wird in der Verhaltenskunde als "Frenetic Random Activity Period", kurz FRAP, bezeichnet. Gemeint sind kurze Phasen besonders intensiver und scheinbar ungezügelter Aktivität. Die Cornell University beschreibt sie als explosionsartige Aktivitätsschübe, bei denen Hunde etwa wilde Runden durch Haus oder Garten drehen.

Die gute Nachricht zuerst: "Zoomies" (wie die narrischen fünf Minuten genannt werden)  sind in aller Regel völlig normales Hundeverhalten. Sie kommen besonders häufig bei Welpen und jungen Hunden vor, können aber durchaus auch erwachsene oder ältere Vierbeiner überfallen. Der zehnjährige Senior kann also genauso seine narrischen fünf Minuten bekommen wie der fünf Monate alte Junghund.

Aber warum dreht der Hund plötzlich durch?

Eine einzige wissenschaftlich gesicherte Ursache gibt es nicht. Fachleute gehen davon aus, dass Hunde bei den Zoomies unter anderem aufgestaute Energie, große Aufregung oder auch Anspannung und Stress abbauen. Man könnte sagen: Im Hund hat sich etwas angestaut – und muss einfach sofort raus.

Deshalb treten Zoomies auch auffällig oft in bestimmten Situationen auf. Manche Hunde starten ihr privates Formel-1-Rennen am Abend, andere nach längerem Warten oder wenn Herrchen und Frauchen endlich nach Hause kommen. Auch ausgelassenes Spielen kann den Turbo zünden. Doch am häufigsten zeigt sich dieses lustige Verhalten nach einem Bad.

Trocken-Zoomen

Kaum ist der Hund aus der Badewanne, rast er durchs Haus, wirft sich auf den Teppich, schubbert den Kopf am Sofa und dreht anschließend noch drei Ehrenrunden durch den Flur.

Auch das ist typisch für Zoomies. Nach einem Bad können beispielsweise Aufregung, Stress beziehungsweise Erleichterung und überschüssige Energie in einem solchen Aktivitätsschub münden. Das Phänomen ist so verbreitet, dass "Zoomies nach dem Baden" auch in tiermedizinischen Erklärungen ausdrücklich genannt werden.

Freude oder Stress?

So lustig die wilden Sprints aussehen: Zoomies bedeuten nicht automatisch immer "Ich bin unfassbar glücklich!". Ein Hund kann damit tatsächlich Freude und überschäumende Energie ausdrücken. Doch auch Überreizung, Nervosität oder Stress können dahinterstecken. Genau deshalb lohnt es sich, darauf zu achten, wann die wilden Minuten auftreten.

Flitzt der Hund nach einem schönen Spiel ausgelassen über die Wiese und kommt danach wieder zur Ruhe, besteht normalerweise kein Grund zur Sorge.

Treten die Zoomies dagegen vielfach auf oder scheint der Hund ständig überdreht, sollte man seinen Alltag genauer betrachten. Cornell weist darauf hin, dass häufige oder zu ungünstigen Zeiten auftretende Zoomies darauf hindeuten können, dass ein Hund mehr körperliche Bewegung und geistige Beschäftigung benötigt.

Sei kein Spielverderber

Bei normalen Zoomies muss der Mensch den Hund nicht unbedingt stoppen. Schließlich darf ein Vierbeiner auch einmal einfach Hund sein. Lediglich auf rutschigen Böden, neben Glastüren, an Treppen oder zwischen Möbeln mit scharfen Kanten kann aus dem lustigen Vollgas schnell ein Unfall werden. Im Freien sollte der Hund natürlich nur dort losrasen dürfen, wo er sicher und nicht durch Straßenverkehr gefährdet ist.

Wer einen Garten hat, kann sich deshalb entspannt zurücklehnen, sobald der Vierbeiner zur nächsten Runde ansetzt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.08.2026, 08:11