Tierische Not!

Durstig oder schon tot! Wildtiere kämpfen ums Wasser

Anhaltende Trockenheit setzt Wildtieren und Wäldern schwer zu. Immer mehr Tiere suchen verzweifelt Wasser in Siedlungsnähe.
Heute Tierisch
14.08.2026, 08:11
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In den Wäldern und auf den Wiesen wird das Wasser für die Tiere immer knapper. Rehe, Igel, Eichkatzerl und Vögel suchen verzweifelt nach Alternativen und tauchen deshalb immer öfter in der Nähe von Häusern und Siedlungen auf. Die Trockenheit macht sich inzwischen dramatisch bemerkbar.

Erste Tiere sind bereits an der Dürre verendet. Viele Wildtiere sind derzeit in schlechtem Zustand und wirken abgemagert.

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„Wir bekommen immer mehr Meldungen rein, dass bereits verendete Tiere, verdurstete Tiere gefunden werden“
Herbert SieghartsleitnerLandesjägermeister

Die Jäger haben deshalb vielerorts zusätzliche Wasserstellen eingerichtet. Gleichzeitig steigt aber auch die Gefahr, dass Tiere bei ihrer Suche nach Wasser in gefährliche Situationen geraten.

Pools und Kanäle - absolute Notsituation

So müssen die Feuerwehren immer wieder ausrücken, wenn Wildtiere in Swimmingpools fallen oder in Kanäle stürzen. "Leider sind auch schon viele Tiere ertrunken", sagt Sieghartsleitner. In einem Kanal sind kürzlich sogar zwölf Rehe gefunden worden, die beim Versuch, Wasser zu erreichen, hineingestürzt und nicht mehr herausgekommen sind.

Dass Wildtiere mittlerweile sogar in die Nähe von Menschen kommen, ist laut Sieghartsleitner ein klares Warnsignal. Er spricht von einer "totalen Notsituation", unter der die Wildtiere leiden. Die Tiere suchen die Nähe zum Menschen nicht freiwillig, sondern weil sie keine andere Chance mehr sehen, ihren Durst zu stillen.

Bitte kein zusätzlicher Stress

Die Jägerschaft bittet dich und andere Naturfreunde daher, Wildtiere jetzt möglichst wenig zu stören. Bleib auf den Wegen, vermeide unnötigen Lärm und führe deinen Hund an der Leine – das ist derzeit besonders wichtig. "Wildtiere ertragen momentan wirklich keine zusätzliche Stresssituation", sagt Sieghartsleitner. Die Suche nach Futter und Wasser verlangt den Tieren ohnehin schon alles ab.

Auch die Bäume kämpfen ums Überleben. Die Trockenheit zeichnet im Wald deutliche Spuren: Viele Bäume werfen bereits die Blätter ab oder beginnen zu vertrocknen. Franz Kepplinger, Obmann des Waldverbands Oberösterreich, beschreibt die Lage als wahren Kampf ums Wasser: "Die Trockenphase und die extreme Hitze haben dem Wald wirklich zugesetzt." Die Bäume sind aktuell stark geschwächt.

Das kann schwere Folgen haben. Geschädigte Bäume sind viel anfälliger für Gefahren wie den Borkenkäfer. Wichtig ist daher, dass die Wasserversorgung im Wald wieder besser wird. "Irgendwann muss der Grundwasserspiegel wieder steigen, damit die Bäume wieder aus dem Vollen schöpfen können", sagt Kepplinger.

Mit der Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden. Laut Kepplinger melden sich beim Waldverband inzwischen viele Waldbesitzer, die sich wegen der Brandgefahr versichern wollen.

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