HIER ist es besonders schlimm

Dürre-Hammer – 80 Prozent des Grundwassers zu niedrig

Die Grundwasserlage bleibt alarmierend. Besonders im Burgenland, in Niederösterreich und in Vorarlberg verschärft sich die Situation weiter.
Bernd Watzka
29.06.2026, 14:59
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Österreichs Grundwasser gerät weiter unter Druck. Laut einer aktuellen Auswertung von Greenpeace weisen Ende Juni 78 Prozent aller untersuchten Messstellen niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf. 

Vor allem im Burgenland, in Niederösterreich und in Vorarlberg setzt sich der Negativtrend aus dem Frühjahr fort. Lediglich in Teilen der Süd- und Oststeiermark sowie in Kärnten konnten kräftige Niederschläge im Juni das Grundwasserdefizit abmildern.

Hitze und Trockenheit

Insgesamt wertete Greenpeace 224 heimische Grundwassermessstellen aus. Die Daten zeigen, dass die Verbesserungen fast ausschließlich auf jene Regionen zurückzuführen sind, in denen es zuletzt überdurchschnittlich viel geregnet hat. In weiten Teilen Österreichs sorgen Hitze und Trockenheit hingegen weiterhin dafür, dass sich die Grundwassersituation verschlechtert.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Burgenland und Niederösterreich

Besonders deutlich ist die Entwicklung im Osten des Landes. Im Burgenland gab es Ende Mai noch keine Messstelle mit einem Rekordtief. Ende Juni weisen bereits 12 Prozent einen sehr niedrigen Grundwasserstand auf. In Niederösterreich hat sich der Anteil der Messstellen mit Rekordtiefständen innerhalb eines Monats von 13 auf 24 Prozent nahezu verdoppelt.

Auch in Vorarlberg verschärft sich die Lage deutlich. Ende Mai lagen 16 Prozent der Messstellen auf einem Rekordtief, inzwischen sind es bereits 40 Prozent. Trotz einzelner regionaler Verbesserungen bleibt die Lage österreichweit angespannt. Eine Entwarnung ist laut Greenpeace derzeit nicht in Sicht.

"Wahre Durststrecke"

"Dieses Jahr entwickelt sich zu einer wahren Durststrecke. Während an der Oberfläche immer mehr Äcker verdorren, sinkt das Grundwasser unter der Erde vielerorts immer weiter ab. Auch wenn es doch mal regnet, verdunstet das meiste Wasser aufgrund der unerträglichen Hitze, bevor es in die Tiefe sickern kann", sagt Greenpeace-Wasserexperte Sebastian Theissing-Matei.

Er warnt zudem vor einer langfristigen Entwicklung: "Sommer wie diesen werden wir zukünftig leider immer öfter erleben. Wasser-Minister Norbert Totschnig muss endlich konkreten Grundwasserschutz umsetzen!"

Wasserentnahme-Register für Industrie

Greenpeace fordert daher von Wasser-Minister Norbert Totschnig, das angekündigte Wasserentnahme-Register für Industrie und Landwirtschaft rasch einzuführen. Zusätzlich spricht sich die Umweltschutzorganisation für eine Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher aus.

Diese soll Unternehmen zum Wassersparen motivieren und gleichzeitig Geld für den Ausbau eines dürrefitten Trinkwassernetzes bringen.

{title && {title} } bw, {title && {title} } 29.06.2026, 14:59
Jetzt E-Paper lesen