Der Klimawandel stellt Österreichs Städte und Gemeinden vor immer größere Herausforderungen. Vor allem Hitzeinseln, Starkregen und längere Trockenperioden sorgen für Handlungsbedarf. Um Gemeinden bei der Anpassung ihrer Freiräume zu unterstützen, haben Beton-Verbände die Initiative "Lebenswerte Straßen und Plätze" ins Leben gerufen.
Handlungsbedarf besteht: Eine aktuelle, österreichweite Umfrage des TQS-Instituts unter 1.000 Befragten zeigt: 63 Prozent der Bevölkerung halten die Umgestaltung von Straßen und Plätzen zur lokalen Regenwasser-Versickerung für eine wichtige Maßnahme gegen die Folgen des Klimawandels.
Im Fokus stehen dabei Lösungen wie helle Pflastersteine, Grünflächen und begrünte Fassaden. Gemeinsam mit dem sogenannten Schwammstadtprinzip sollen sie für kühlere Ortszentren sorgen. Dabei wird Regenwasser direkt vor Ort gespeichert und versickert.
"Klimafitte Freiräume sind für Gemeinden eine komplexe Aufgabe - finanziell wie planerisch. Mit gezielter Beratung lässt sich zeigen, wie helle Oberflächen, Begrünung und nachhaltiges Wassermanagement langfristig wirtschaftlich und wirkungsvoll umgesetzt werden können", sagt Anton Glasmaier von "Beton Dialog Österreich".
Die Initiative richtet sich vor allem an Bürgermeister und Planungsverantwortliche in Gemeinden. Ziel ist es, vorhandenes Fachwissen zu bündeln und praxisnah verfügbar zu machen, erklärt Stefan Weissenböck vom "Forum Qualitätspflaster".
Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Experten der TU Wien und der BOKU, der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur sowie der Kompetenzstelle "Grün statt Grau". Auch Vertreter von Wiener Neustadt und Reisenberg bringen ihre Erfahrungen ein.
Bis zum Frühjahr 2027 sollen ein Kriterienkatalog und eine digitale Entscheidungshilfe entstehen. Danach sind Workshops in ausgewählten Gemeinden geplant, um Verantwortliche bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen langfristig zu begleiten.