Verrückt oder genial?

Forscher wollen schmelzende Arktis wieder zufrieren

Mit einer ungewöhnlichen Methode wollen Forscher das schmelzende Meereis verdicken und den Eisverlust in der Arktis bremsen.
Bernd Watzka
17.06.2026, 11:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Arktis verliert seit Jahrzehnten immer mehr Eis. Nun sorgt ein ungewöhnliches Projekt in Kanada für Aufsehen. Forscher haben dort Meerwasser auf die Eisoberfläche gepumpt, damit es bei eisigen Temperaturen sofort gefriert. Das Ziel: die Eisdecke künstlich verdicken und die Schmelze verlangsamen.

Testfläche bleibt vereist

Noch vor wenigen Monaten hätte Andrea Ceccolini, Mitgründer der Firma Real Ice, selbst nicht mit solchen Ergebnissen gerechnet. Bei der Inuit-Stadt Cambridge Bay in der kanadischen Arktis zeigt sich heute ein auffälliger Unterschied. Während rundherum bereits Schmelzwasser zu sehen ist, blieb die Testfläche deutlich heller und stärker vereist, wie der "Guardian" berichtet.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

50.000 Tonnen Meerwasser

Für das Experiment wurden im Winter rund 50.000 Tonnen Meerwasser auf das Meereis gepumpt. Bei Temperaturen von minus 40 Grad gefror das Wasser sofort. Die ursprünglich etwa 1,5 Meter dicke Eisdecke wurde dadurch um rund 50 Zentimeter verstärkt.

Zur Erinnerung: Die sommerliche Eisfläche der Arktis ist in den vergangenen 50 Jahren um rund 40 Prozent geschrumpft. Forscher warnen, dass das Meereis während der Sommermonate bereits in den 2030er-Jahren weitgehend verschwunden sein könnte.

Eis als Verkehrsweg

Für die Menschen vor Ort hat der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung dramatische Folgen. In der Region rund um Cambridge Bay leben überwiegend Inuit. Das Eis ist dort weit mehr als eine Landschaft. Es dient als Verkehrsweg und spielt für Fischfang und Jagd eine zentrale Rolle.

Projekt ist umstritten

Trotz augenscheinlicher Erfolge ist das Projekt umstritten. Kritiker warnen vor möglichen Folgen für die Umwelt. Außerdem befürchten sie, dass technische Eingriffe ins Klima von der eigentlichen Aufgabe ablenken könnten: der raschen Verringerung der Treibhausgas-Emissionen.

{title && {title} } bw, {title && {title} } 17.06.2026, 11:18
Jetzt E-Paper lesen