Ein Schiff wie aus der Zukunft: Das französische Start-up Vela arbeitet an einem windbetriebenen Frachter, der den Gütertransport revolutionieren soll. In den kommenden Jahren soll das erste Schiff der Reihe den Betrieb aufnehmen - und bis zu 400 Tonnen Fracht über den Atlantik bringen.
"Ganz nebenbei" will der neuartige Trimaran den CO2-Ausstoß gegenüber herkömmlichen Frachtschiffen um 96 Prozent reduzieren, so das Entwickler-Team rund um Francois Gabart.
Der Clou an dem revolutionären Konzept: Der Trimaran wird nahezu vollständig mit Windkraft angetrieben. Riesige Segel ragen bis zu 61 Meter über die Wasserlinie, dazu kommen Solarpaneele und Wasserkraftgeneratoren für die Energieversorgung an Bord.
Die Route soll zwischen den USA und Frankreich liegen - konkret zwischen New Jersey und Häfen wie Bordeaux oder der Normandie. Laut Betreiber erreicht das Schiff rund 14 Knoten und ist damit ähnlich schnell wie moderne Frachter.
Vela will damit eine Lücke schließen: schneller als klassische Seefracht, aber deutlich umweltfreundlicher als Lufttransport. Vor allem für hochwertige Waren wie Medikamente oder Kosmetik könnte das Modell interessant werden.
Besonders beeindruckend sind die Emissionswerte: Laut Berechnungen könnten bis zu 96 Prozent CO2 im Vergleich zu herkömmlichen Frachtschiffen eingespart werden. Gegenüber Luftfracht sind es sogar bis zu 99 Prozent.
Auch die Umwelt unter Wasser soll profitieren: Während große Frachter enormen Lärm erzeugen und Meereslebewesen stören, soll der Segelantrieb die Geräuschbelastung fast komplett vermeiden.
Ein weiterer Vorteil: Das Schiff ist kleiner und flexibler als klassische Containerriesen. Es kann auch kleinere Häfen ansteuern und spart dadurch Zeit beim Be- und Entladen. Insgesamt soll eine komplette Atlantik-Überquerung inklusive Logistik rund 15 Tage dauern. Fakt ist:
Weniger Lärm, weniger CO2, weniger Umwege - der Wind könnte die Schifffahrt neu antreiben.