In Deutschland wächst ein echtes Rekordprojekt in den Himmel: In Schipkau in der Lausitz (nördlich von Dresden) wird derzeit das höchste Windrad der Welt gebaut. Mit geplanten 365 Metern kratzt die Anlage fast an der Höhe des Berliner Fernsehturms und überragt sogar den Eiffelturm um rund 30 Meter. Bis zum Dach des Empire State Buildings würden nur ein paar Meter fehlen.
Nach einer monatelangen Zwangspause geht es jetzt wieder weiter. Grund für den Baustopp waren fehlerhafte Stahlteile, die bei einer Kontrolle entdeckt wurden. Seit Montag laufen die Arbeiten wieder auf Hochtouren. Rund 30 Fachkräfte montieren aktuell Stück für Stück den riesigen Gitterturm. Die ersten 50 Meter stehen bereits.
Die Baustelle befindet sich auf einer ehemaligen Tagebau-Hochkippe. Mit einem gewaltigen Kran werden die einzelnen Stahlteile nach oben gehievt und verschraubt. In Kürze sollen alle mangelhaften Teile ausgetauscht sein, danach wächst der Turm weiter in die Höhe.
Eigentlich hätte die Anlage schon 2025 ans Netz gehen sollen. Doch zuerst verzögerte eine Naturschutz-Genehmigung das Projekt, später sorgten die fehlerhaften Bauteile für den nächsten Rückschlag. Für Firmenchef Jochen Großmann ist klar: Sicherheit hat Vorrang. Jede Schraube wird genau geprüft und dokumentiert.
Technisch soll das Windrad neue Maßstäbe setzen. In großen Höhen weht der Wind deutlich stärker und gleichmäßiger. Dadurch könnte die Anlage jährlich bis zu 33 Gigawattstunden Strom liefern - genug für rund 7.500 Haushalte. Das ist etwa doppelt so viel wie bei herkömmlichen Windrädern.
Auch bei den Kosten will das Projekt punkten. Der erzeugte Strom soll weniger als fünf Cent pro Kilowattstunde kosten und damit besonders günstig sein. Großmann sieht darin einen möglichen Durchbruch für die Energiewende.
Schon im Sommer 2026 soll die Anlage erstmals Strom liefern. Danach könnte die Technik in Serie gehen - mit hunderten neuen Mega-Windrädern allein in Deutschland.