Die anhaltende Trockenheit bringt immer mehr steirische Bauern in Bedrängnis. Vor allem im Grünland gibt es massive Ausfälle, das Futter für die Tiere wird knapp. Nun sollen Sofortmaßnahmen helfen.
Bis zu 15.000 Euro können betroffene Bauern als zinsfreies Darlehen beantragen, das berichtet die Kleine Zeitung. Damit sollen zusätzliche Kosten durch Ernteausfälle, den Zukauf von Futtermitteln oder die Wasserversorgung abgefedert werden.
"Jetzt muss schnell gehandelt werden", sagt Bauernbunddirektor Bernd Brodtrager. "Wir können nicht auf eine Reaktion aus Wien warten."
Die "Dürre-Soforthilfe" wird durch eine Zusammenarbeit von Bauernbund und Raiffeisenbank ermöglicht. Die Darlehen können bis Dezember beantragt werden.
"Ende des Jahres ist der Hauptauszahlungstermin der EU-Agrargelder", erklärt Brodtrager den Zeitraum laut Kleine Zeitung.
Zusätzlich soll eine Futtermitteloffensive gemeinsam mit Landwirtschaftskammer und Maschinenring verhindern, dass Betrieben das Futter ausgeht.
Dabei spielt Mais eine wichtige Rolle. Im Osten der Steiermark gebe es zahlreiche Felder, auf denen sich die Pflanzen wegen der Trockenheit nicht gut entwickeln. Solange der Mais noch grün ist und ausreichend Feuchtigkeit enthält, könnte er jedoch als Futtermittel verwendet werden.
Wird er gehäckselt und mit vorhandener Silage vermischt, kann das bestehende Futter gestreckt werden. Ist der Mais bereits zu trocken, funktioniert das laut Brodtrager nicht mehr.
Über eine Plattform sollen deshalb Bauern zusammengebracht werden. "Wer Futtermittel braucht, kann sich melden, ebenso Bauern, die Mais zur Verfügung haben, den sie abgeben können."
Damit sollen auch Notverkäufe verhindert werden, bei denen Bauern ältere Tiere wegen Futtermangels vorzeitig abgeben müssen.
Zusätzlich laufen laut Bauernbund Gespräche über eine Entlastung bei der Sozialversicherung. "Konkret würde die Erlassung der Einzahlung eines Quartals schon weiterhelfen. Außergewöhnliche Situationen brauchen auch außergewöhnliche Maßnahmen, hier geht es um Existenzen."
Ein Teil der Schäden ist durch Versicherungen abgedeckt. Laut Bauernbund sind in der Steiermark 85 Prozent der Ackerflächen und 60 Prozent des Grünlands versichert. Zwei Drittel der versicherten Grünlandflächen seien ausdrücklich auch gegen Dürre abgesichert.