Briatore ist als Chefberater des Alpine-Teams in die Formel 1 zurückgekehrt. Der frühere Erfolgs-Teamchef krempelte den Rennstall aus Enstone gehörig um. Der werkseigene Renault-Motor wurde eingestampft, dafür holte sich der Rennstall Mercedes-Antriebe. Mit Gucci ist für die nächste Saison bereits ein besonders prominenter Hauptsponsor an Bord.
Und auch für die Formel 1 selbst hat Briatore durchaus radikale Ansichten, wie der Italiener nun erklärte. Es geht dabei nämlich um die Sprint-Rennen, die vielen Formel-1-Fans, vor allem den Traditionalisten, ein Dorn im Auge sind. Wenn es nach Briatore geht, kann es aber gar nicht genug derartiger Kurz-Rennen geben.
"Wir müssen die Sprint-Rennen durchführen. Wenn es nach mir ginge, würde es bei jedem Rennwochenende ein Sprint-Rennen geben. Denn wir müssen den Fans etwas mehr bieten", sagte der 76-Jährige im Podcast "In Conversation With...".
Aktuell gibt es sechs Sprints pro Saison. Diese Zahl soll aber zeitnah erhöht werden. Von bis zu zwölf derartigen Kurz-Rennen ist die Rede, wie Formel-1-Boss Stefano Domenicali jüngst erklärte. Die Zahl der Sprints werde im Kalender für 2027 jedenfalls ansteigen.
Befürworter argumentieren, dass an Wochenenden mit einem Sprint-Rennen jeder Tag mit einem Highlight verbunden ist: Am Freitag die Sprint-Qualifikation, am Samstag das Kurz-Rennen über 100 Kilometer und das eigentliche Qualifying danach und am Sonntag der Grand Prix. Durch nur ein davor abgehaltenes Training könne sich das Feld auch etwas mehr durchmischen.
Gegner führen derweil die Tradition der Grands Prix an, dass Rennwochenenden verwässert werden würden, dass sich Sprints bei weitem nicht für jede Strecke eignen würden und nicht zuletzt, dass die Rennen, in denen ein Drittel der normalen Renndistanz gefahren wird, häufig aufgrund der fehlenden strategischen Möglichkeiten und Boxenstopps nur wenig Spannung bieten.
"Mit den Sprints gibt es zwei Rennen, zwei Starts. Und der Fahrer fährt um etwas. Für mich heißt das: 24 Rennen, 24 Sprints", so Briatore.