Darum war es fast unmöglich, eine PS5 zu ergattern

Die PlayStation 5 ist schwer zu bekommen.
Die PlayStation 5 ist schwer zu bekommen."Heute"
Schon kurz nach Beginn des Verkaufs der PS5 waren alle Bestände restlos weg. Wie sich nun zeigt, lag das nicht nur an den kauffreudigen Kunden.

Die neue Generation der Sony-Konsole, die PlayStation 5, kam erstmals am 19. November in den Handel. Vorbestellt werden konnte sie allerdings bereits im September – aber nur für kurze Zeit. Denn schon nach nur wenigen Stunden waren alle Bestände, die für die Vorbestellung freigegeben worden waren, restlos ausverkauft. Ähnlich verhielt es sich am Release-Tag und danach nochmals am 3. Dezember, als einige Händler einen kleinen Nachschub an Konsolen zum Verkauf freigaben. Damals dauerte es sogar nur wenige Minuten, bis die Konsolen bereits wieder ausverkauft waren.

Dieses Bild zeigt sich nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt. Überall, wo neue Bestände zum Kauf freigegeben werden, dauert es nur wenige Minuten bis Stunden, bis diese vergriffen sind. Wie sich nun zeigt, stecken dahinter nicht nur extrem kauffreudige Kunden, sondern unter anderem auch Computer-Programme.

Bots kaufen en masse

Diese Programme wenden eine Technologie an, die "Scalper Bots" genannt wird. Oft werden diese Bots von Personen angewendet, die planen, mehrere neue Produkte gleichzeitig zu kaufen und diese anschließend – meist für einen extrem höheren Preis – weiterzuverkaufen. Dies betrifft nicht nur den Konsolen-Markt, sondern, wie NBC News berichtet, auch alle anderen Bereiche des Lebens. So konnte beispielsweise während der Corona-Pandemie beobachtet werden, wie Waren wie WC-Papier oder Desinfektionsmittel von Bots en masse eingekauft wurden. Diese Methode ist zwar legal, viele Händler versuchen dennoch, den Bots entgegenzuwirken.

Vollkommen neue Kaufmuster

Dennoch ist es oft schwierig, Bot-Käufe überhaupt erst zu bemerken, da sich die Technologie, die dazu angewendet wird, ständig verändert oder weiterentwickelt. Bei den Verkäufen der neuen Konsolen sei eine Aufdeckung dieser besonders schwierig gewesen, erklärt ein Sprecher von Walmart gegenüber Reuters. Denn dieser Release habe einen extrem hohen Online-Traffic ausgelöst und vollkommen neue Kaufmuster aufgewiesen.

Man habe aber feststellen können, dass man am 25. November, als eine neue Lieferung an PS5 verfügbar geworden sei, rund 20 Millionen Versuche von Bots, die Konsolen zu kaufen, blockieren konnte. Außerdem führe man auch nach dem Verkauf Screenings durch, die mögliche Bot-Käufe aufdecken. Solche Bestellungen würden dann im Nachhinein storniert und für normale Kunden zum Kauf freigegeben.

Keine Chance

Die Vorgehensweise der Bots läuft wie folgt ab: Sie laden automatisch Websites alle paar Millisekunden neu, um sofort zuschlagen zu können, wenn das gewünschte Produkt zum Verkauf freigegeben wird. Als normaler Kunde hat man also keine Chance, gegen diese Bots anzukommen. Außerdem täuschen die Computer-Programme oft vor, verschiedenste Kunden aus verschiedensten Regionen zu sein, um dem Anti-Bot-Screening einer Website zu entgehen.

Solche Bots werden häufig von Gruppen verwendet, die auf den Weiterverkauf von Waren spezialisiert sind. So hat das E-Commerce-Unternehmen Netacea beispielsweise eine Online-Gruppe aufgedeckt, die rund eine Million Dollar mit dem Wiederverkauf von PS5 gemacht hat, die durch Bots eingekauft wurden. Eine solche Gruppe nennt sich selbst CrepChiefNotify und behauptet, für seine Mitglieder rund 6.000 PS5 und Xboxes sichergestellt zu haben.

"Scalper Bots" gibt es bereits seit längerem. Erstmals angewendet wurden sie beim Massenkauf von gefragten Konzerttickets oder Modestücken wie Schuhen, die nur in limitierter Auflage erhältlich waren. Eine Methode, dem entgegenzuwirken, ist beispielsweise, Käufe nur für registrierte und verifizierte Kunden möglich zu machen. Das ist aber nicht für alle Händler eine realisierbare Vorgehensweise.

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