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Koks, Rotlicht – Das geheime Leben des Kroatien-Killers

Ein österreichischer Familienvater soll in Zagreb auf grausame Weise seine drei Kinder ermordet haben. Nun kommen immer mehr Details ans Licht. 

Marlene Postl
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    Ein Österreicher soll seine drei Kinder in einem Haus in der Nähe von Zagreb getötet haben.
    Ein Österreicher soll seine drei Kinder in einem Haus in der Nähe von Zagreb getötet haben.
    DENIS LOVROVIC / AFP / picturedesk.com

    Nach der entsetzlichen Bluttat in Zagreb, bei der ein Österreichischer Familienvater seine drei jungen Kinder erwürgt haben soll, werden nun immer mehr Informationen über das Leben des mutmaßlichen Killers enthüllt. Ein dem 56-Jährigen nahestehender Wiener berichtet brisante Details über das Doppelleben des Familienvaters. Er berichtet, Harald K. soll seine Kinder gehasst haben und besessen von der Idee gewesen sein, dass er nicht ihr Vater sei.

    Anschuldigungen gegen Freimaurer und Geldsorgen

    In einem Abschiedsbrief auf Facebook klagte der Österreicher über die fehlende Hilfe seiner "Freimaurer-Brüder" im Beruf und über seine Geldsorgen. Tatsächlich soll Harald K. laut einem Vertrauten große Schwierigkeiten gehabt haben: "Er stand vor dem Aus, er hatte kein Geld." In Freimaurer-Kreisen sorgen K.'s Anschuldigungen für Kopfschütteln. Ein Sprecher der Welt-Freimaurer-Organisation berichtet, K. nicht persönlich zu kennen und kann ihn nicht als Freimaurer-Bruder identifizieren.

    Gegenüber Journalistin Aurora Weiss erzählt er: "Ich weiß nicht, was diese Person erwartet hat und warum er sich überhaupt mit den Freimaurern verbunden hat, wenn das überhaupt der Fall ist. Freimaurer helfen einander nur im legalen Rahmen. Darüber hinaus gesehen entschuldigt nichts einen Mord, das entspricht nicht der freimaurischen Philosophie." Die Freimaurer distanzieren sich vom mutmaßlichen Täter.

    Mutmaßlicher Mörder soll seine Kinder gehasst haben

    Die wichtigsten Nummern gegen Gewalt auf einen Blick:
    Polizei-Notruf: 133
    Euro-Notruf: 112
    24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien: 01/71719
    Frauenhaus-Notruf: 05 77 22

    K. soll abseits seines Wohnsitzes in Zagreb ein umtriebiges Leben geführt haben. "Heute"-Infos zufolge soll der 56-Jährige das Wiener Rotlichtmilieu jahrelang frequentiert und Drogen konsumiert haben. Seinem Bekannten zufolge soll er depressiv gewirkt haben. Auf Social Media gab er sich als Vorzeige-Vater, postete Bilder von seinen Kindern beim Schwimmen, beim Kuchenbacken und im Tiergarten. 

    Suizidgedanken? Hol dir Hilfe, es gibt sie.

    Wenn du unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leidest, dann kontaktiere "Rat auf Draht" unter der Nummer 147
    täglich 0-24 Uhr
    www.rataufdraht.at |www.elternseite.at |www.sos-kinderdorf.at

    Ein mögliches Motiv für die mutmaßliche Bluttat: Der Killer soll seine drei Kinder eigentlich nicht gemocht haben. Er soll mehrmals betont haben, dass er sich sicher sei, dass er nicht der biologische Vater der 7-jährigen Zwillinge und des 4-jährigen Bub sei. "Er war wie besessen davon. K. hat immer wieder betont, wie schrecklich es ist, Kinder zu haben. Er hat sich in den letzten zwei Jahren ständig abschätzig über seine Familie geäußert. Man sah den Hass in seinen Augen", berichtet sein Vertrauter gegenüber "Heute". 

    Mutmaßlicher Mord möglicherweise unter Drogeneinfluss passiert

    Der Killer ist momentan im Spital unter polizeilicher Aufsicht. Er ist wohlauf und laut den kroatischen Medien klar bei Sinnen. Die kroatischen Behörden ermitteln jetzt, ob der 56-jährige zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Bluttat unter Einfluss von psychoaktiven Substanzen stand.