Das ist der Geheim-Plan für die Wiener "Gastroinseln"

Bürgermeister Ludwig möchte all jenen Lokalen ohne eigenen Schanigarten beim Aufsperren helfen.
Bürgermeister Ludwig möchte all jenen Lokalen ohne eigenen Schanigarten beim Aufsperren helfen.picturedesk.com; "Heute"-Montage
Ab 27. März sollen Schanigärten öffnen – wenn es die Zahlen zulassen. Stadtchef Ludwig kündigte "Gastroinseln" in Wien an. "Heute" hat die Details.

Nach dem Motto "Draußen ist besser als drinnen" sollen am Samstag vor den Osterferien die Schanigärten geöffnet werden dürfen. Für Wien kündigte Stadtchef Michael Ludwig (SPÖ) darüber hinaus "Gastroinseln" an. Dort sollen auch Gastronomen, die über keinen eigenen Gastgarten verfügen, Speis und Trank verabreichen können. Die größte dieser Stadt-Schanigärten soll im Stadtpark entstehen – "Heute" berichtete. So will Ludwig "Druck rausnehmen" und dafür sorgen, dass sich die Wienerinnen und Wiener unter kontrollierten Umständen treffen können. Denn mit den milderen Temperaturen seien sonst Zusammenkünfte in Parks und Co. ohne jede Form von Corona-Regeln zu befürchten.

Nun sickerten weitere Details durch:

Gastroinseln sollen an 23 Standorten entstehen. Pro Bezirk soll ein Stadt-Schanigarten entstehen

Der Ausbau von 23 auf 46 Zonen ist geplant

Die Stadt stellt die Basis-Infrastruktur zur Verfügung: Hüttenpagoden, Tische und Stühle für mindestens 24 Personen, Strom, Begrenzungselemente sowie Desinfektionsspender und WC

Zusätzlich sollen im Stadtpark zehn weitere "Gastroinseln" und Picknick-Zonen entstehen

Die Auswahl der Betriebe erfolgt durch die Wiener Wirtschaftskammer

Die Stadt stellt dafür bis zu 2,8 Millionen Euro zur Verfügung

Start ist frühestens der 27. März

Das Angebot soll vorerst auf drei Monate befristet sein

Wörtlich heißt es in einem Antrag an den Gemeinderatsausschuss Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Wiener Stadtwerke der "Heute" vorliegt:"Beginnend mit der Öffnung der Schanigärten sollen in einem ersten Schritt 23 Standorte (ein Standort pro Bezirk) angeboten werden, insgesamt ist der Ausbau auf bis zu 46 Zonen im gesamten Wiener Stadtgebiet geplant. Die Stadt Wien stellt die zur Aufstellung genehmigte Basisinfrastruktur (Hüttenpagoden, Tische und Stühle für mindestens 24 Personen, Strom, Begrenzungselemente sowie Desinfektionsspender und WC) im Rahmen von privatrechtlichen Vereinbarungen mit der Stadt Wien Marketing GmbH zur Verfügung. Zusätzlich sollen im Stadtpark 10 weitere Gastroinseln und Picknick-Zonen, die von der Stadt betreut werden, für die Wienerinnen und Wiener angeboten werden. Die Auswahl der teilnehmenden Gastronomiebetriebe soll durch die Wirtschaftskammer Wien erfolgen, der Betrieb der Gastroinseln inkl. der für einen Gastrobetrieb erforderlichen Bewilligungen erfolgt durch die Gastronomen selbst."

Das Vorhaben der "Gastroinseln" wird in dem Antrag damit begründet, dass "nach der Zeit des Lockdowns und der Ausgangsbeschränkung ein hohes Bedürfnis nach sicheren sozialen Kontakten" bei der Bevölkerung bestehe. Die Stadt habe sich für diese Lösung entschieden, "damit die sozialen Kontakte möglichst reguliert, im Freien und unter Einhaltung der Coronaregeln stattfinden und nicht im Rahmen privater Feiern, wo die Ansteckungsgefahr deutlich höher ist", heißt es weiter. Mit dem Projekt "Gastroinseln" könne die Stadt Wien "dafür entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und einen nach einem Jahr Pandemie wichtigen Impuls setzen."

FPÖ-Kritik an Vergabe

Die FPÖ kritisiert die Vergabe der Gastro-Stände durch die Wiener Wirtschaftskammer: "Es ist zu befürchten, dass bei der Vergabe nur rot-schwarze Günstlinge der Wirtschaftskammer Wien zum Zug kommen werden. Dieses überhastete Projekt wird den von der Corona-Krise gebeutelten Gastronomen und deren Mitarbeitern nicht das wirtschaftliche Überleben sichern. Die Gastronomiebetriebe müssen daher so schnell wie möglich wieder kontrolliert öffnen dürfen“, so der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp.

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