Nicht nur Österreich leidet unter extremer Trockenheit, auch London zeigt in diesen Tagen ein ungewohntes Sommerbild: Parks, Wiesen und Grünflächen sind vielerorts nicht mehr grün, sondern gelb, spröde und ausgetrocknet. Wochen ohne nennenswerten Regen und mehrere Hitzewellen hintereinander haben der britischen Hauptstadt deutlich zugesetzt. Die Bilder erinnern an die afrikanische Savanne aus "König der Löwen".
Wie "The London Standard" berichtet, seien Londons Grünflächen nach der Trockenphase "trocken, brüchig und gelb" geworden – ein direkt sichtbares Zeichen der anhaltenden Dürre. England erlebte demnach offiziell den trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die Environment Agency erklärte London am 29. Juli zu einem von sieben Gebieten in England, die sich offiziell im Dürrezustand befinden. Besonders deutlich zeigt sich die Lage etwa rund um Heathrow: Dort wurden laut Bericht 38 trockene Tage in Folge gezählt, zurückreichend bis zum 23. Juni.
Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Experten warnen, dass dringend benötigter, ergiebiger Regen in Großbritannien möglicherweise erst im Oktober einsetzt. Um die Dürre zu lindern, bräuchte es laut BBC Weather anhaltenden Regen über mehrere Tage und Wochen. Zugleich wird nicht ausgeschlossen, dass sich die Lage vor einer Besserung noch verschärft.
Auch die Hitze dürfte zurückkehren. Aktuelle Karten des Wetterportals WXCharts deuten für Mittwoch, 12. August, auf mögliche Höchstwerte von 33 bis 34 Grad in London hin. Bis zum folgenden Samstag könnten diese Werte laut BBC-Prognose sogar noch überschritten werden. Damit wäre es bereits die sechste Hitzewelle eines außergewöhnlich heißen Sommers.
London blieb zuletzt von einem größeren Tiefdruckgebiet verschont, das in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs kräftigen Regen, Donner und Blitze brachte. Für die ausgedörrten Grünflächen der Hauptstadt bedeutete das: weiterhin kaum Wasser.
Die Trockenheit erhöht auch die Gefahr von Bränden. Das Met Office warnt, dass Feuer in Teilen Londons unter den aktuellen Bedingungen besonders heftig ausfallen könnten, wenn sie ausbrechen. Die London Fire Brigade hatte bereits einen intensiven Sommer: An nur einem Wochenende rückte sie zu mehr als 1.300 Einsätzen aus, darunter Gras- und Gebäudebrände.
Die Feuerwehr mahnt deshalb zu besonderer Vorsicht. Wegwerfgriller sollen vermieden, Zigarettenreste sicher entsorgt und Müll entweder in Mistkübeln geworfen oder mitgenommen werden. Schon kleine Nachlässigkeiten können bei trockenen Wiesen und hoher Hitze gefährlich werden.