Der Vierfachweltmeister hat offenbar auch einen ganz eigenen Trick im Fahrstil gefunden, der die Konkurrenz ins Grübeln bringt.
Während viele Piloten auf dem schnellen Sakhir-Kurs traditionell in Kurven wie der langsamen Kurve zehn im zweiten Gang unterwegs sind, schaltete Verstappen bei seinem Red-Bull-Auto konsequent in den ersten Gang – und das schon während des Bremsens – ungewöhnlich für die Motorsport-"Königsklasse". Der Trick dahinter: Das frühe Herunterschalten erhöht die Drehzahl, dadurch wird mehr rekuperiert.
In der Formel 1 greift seit dieser Saison ein gänzlich neues Regelwerk bei den Motoren. Energierückgewinnung beim Bremsen spielt eine deutlich wichtigere Rolle. Die Hinterachse wird so lose, das mag der Niederländer. Red Bull scheint hier einen cleveren Weg gefunden zu haben, das System optimal zu nutzen – und Verstappen setzt ihn schon sauber um. Einige andere Piloten kopierten den Trick am zweiten Tag der Testfahrten, das war deutlich hörbar.
Interessanterweise verzichtet Mercedes auf diesen Schalt-Trick– der erste Gang soll dort laut Experten nur beim Start verwendet werden. Ob das am Ende ein Nachteil im Rennen sein wird, ist noch offen. Den "Silberpfeilen" wird jedenfalls der klar stärkste Motor im Feld nachgesagt.
Vom Auto und dem Fahrverhalten zeigte sich Verstappen nach dem zweiten Testtag aber wenig angetan. "Das ist mehr wie Formel E auf Steroiden. Es macht keinen großen Spaß. Für mich ist das einfach nicht Formel 1", sagte Verstappen, der aber betonte, die Regeln seien für alle dieselben. Verstappen wisse freilich auch, welch großer Aufwand im Team betrieben wurde. Red Bull ist schließlich zum ersten Mal selbst Motorbauer in der Formel 1.