Am 8. März startet die Formel 1 in die neue Saison. Schon jetzt droht der Auftakt im Chaos zu versinken. Die Motorenbauer Ferrari, Honda und Audi sollen sogar mit einem Protest gegen Mercedes drohen. Die "Silberpfeile" stehen im Fokus. Nicht zuletzt deshalb, weil Konkurrent Red Bull, ab 2026 erstmals selbst Motorenbauer, jüngst die Seiten gewechselt haben soll. Jetzt sollen sich auch die Bullen gegen Mercedes stellen.
Konkret geht es um einen Motoren-Trick, den Mercedes entwickelt hat. Für die neue Motorengeneration wurde nämlich das Verdichtungsverhältnis im Zylinder von 18:1 auf 16:1 herabgeschraubt. Mercedes entwickelte allerdings einen Trick. Bei Umgebungstemperatur erfüllt der Motor das 16:1-Verhältnis, bei heißeren Temperaturen, also bei voller Fahrt, erhöht sich dieses allerdings, da sich Materialien ausdehnen. Das soll 15 PS und zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde bringen.
Gemessen wird freilich bei Umgebungstemperatur. Gleichzeitig schreibt das Regelwerk aber vor, dass Autos stets sämtliche technischen Vorgaben erfüllen müssen. Durch den Mercedes-Trick würde dies nicht der Fall sein, heißt es von Kritikern. Red Bull, das mehrere Mercedes-Ingenieure für die eigene Motorensparte abgeworben hat, soll einen ähnlichen Trick entwickelt haben. Allerdings sollen sich die Bullen davon keinen großen Vorsprung versprechen, deswegen sollen die Bullen nun die Seiten gewechselt haben und ebenso gegen Mercedes sein.
Nun ist die FIA am Zug. Und der Motorsport-Weltverband sucht fieberhaft nach einem Ausweg, wie Technik-Chef Nikolas Tombazis in einem YouTube-Interview klarmachte. "Einige haben offenbar Möglichkeiten gefunden, die Verdichtung zu steigern, wenn sich der Motor unter Last erhitzt. Wir haben intern darüber gesprochen, wie wir das regeln sollen. Ich habe die Absicht, dass wird das bis Melbourne regeln", stellte der FIA-Mann klar. Er wollte also eine Entscheidung bis zum Saisonstart. "Wir wollen keinen Streit. Wir wollen, dass der Wettkampf auf der Strecke ausgetragen wird und nicht vor Gerichten oder den Stewards", sagte er.
Wie die Lösung des Weltverbands aussieht, ließ Tombazis offen. Allerdings drängt die Zeit, steht der Saisonauftakt nach zwei Tests in Bahrain schon in vier Wochen auf dem Programm.
Mercedes habe laut Teamchef Toto Wolff in der Entwicklungsphase des Motors immer wieder engen Kontakt mit der FIA gehabt, sich die Entwicklungsschritte auch bestätigen lassen. Aufgrund der langen Bauzeiten wäre ein kurzfristiger Umbau unmöglich. Gleichzeitig will der Motorsport-Weltverband eine ähnliche Dominanz wie 2014, wo Mercedes auf Jahre enteilt war, verhindern.