Mission Hattrick! Heute wird die Champions League angepfiffen. Topfavorit Paris kann die Eliteliga zum dritten Mal in Serie gewinnen. Zuvor schafften das nur Ajax (1971 bis 1973), Bayern (1974 bis 1976) und Real (2016 bis 2018). Die Madrilenen siegten von 1956 bis 1960 sogar fünfmal in Serie.
"Paris ist das Nonplusultra. Sie haben den Hunger", sagt Sky-Experte Didi Hamann. Trotzdem sieht der 53-Jährige diesmal Real Madrid ganz vorne. Der Grund: Neo-Trainer José Mourinho. "Der Mourinho hat noch einen Tanz in sich. Ich glaube, dass er weiß, dass das wahrscheinlich die letzte Chance ist, dass er die Champions League noch einmal gewinnt. Für mich ist es die Mannschaft, die es zu schlagen gilt."
Auch Bayern zählt Hamann zum engsten Favoritenkreis – allerdings mit Fragezeichen. "Die Bayern sind die Besten. Die haben ein Gespür für die Situation und wissen, wann sie zubeißen können oder müssen", lobt der Ex-Bayern-Profi. Gleichzeitig glaubt Hamann, dass die Münchner in dieser Saison nicht mehr ganz das Niveau des Vorjahres erreichen. "Ich glaube nicht, dass sie diese Saison 89 Punkte holen, weil sie meiner Meinung nach nicht besser sind als letztes Jahr."
Vor allem bei Superstar Harry Kane sieht Hamann für die ganz großen Champions-League-Duelle ein Problem. "Im Sechzehner, im Abschluss gibt es keinen Besseren als den Kane", stellt er klar. Doch gegen Gegner wie Manchester City, Liverpool oder Real müsse Bayern auch einmal tief stehen und kontern können. Hamanns Urteil: "Und ich glaube, das können sie nicht." Deshalb stellt er sogar die Frage: "Gewinnst du die Champions League mit ihm?"
Große Hoffnungen hat Hamann dagegen für den LASK. Nach dem spektakulären Comeback gegen Celtic traut er den Linzern auch in der Ligaphase einiges zu. "Sechs, sieben Punkte unterschreibe ich. Es würde mich nicht wundern und ich würde mir wünschen und hoffen, dass es vielleicht neun oder zehn Punkte werden." Damit könnte der LASK bis zum Schluss um den Einzug ins Play-off kämpfen.
Ein Schlüssel dafür ist für Hamann Trainer Dietmar Kühbauer. "Seine Mannschaft weiß nie, wann sie geschlagen ist. Die gehen für den Trainer durchs Feuer", schwärmt der TV-Experte. Kühbauer habe mit der Champions-League-Qualifikation bereits enorme Arbeit geleistet. Hamann ist überzeugt: "Er ist mit Sicherheit ein Trainer, der früher oder später in einer der größeren Ligen auftauchen wird."
Für Hamann bleibt die Königsklasse ohnehin der sportliche Gipfel des Klubfußballs. "Vom Fußballerischen schätze ich die Champions League eine kleine Stufe über der WM ein", sagt er. Sky zeigt in der Ligaphase 17 von 18 Spielen, insgesamt 185 der 203 Matches. Das Endspiel steigt am 5. Juni in Madrid.