Wohnen

Das sind die häufigsten Probleme im Home Office

Die meisten Österreicher arbeiten gerne im Home Office. Neben vielen positiven Aspekten gibt es aber auch einige Schwachstellen.
Stefanie Riegler
11.05.2020, 07:27

Viele Firmen praktizieren auch nach den Lockerungen der Maßnahmen weiterhin Home Office. Und für die meisten Österreicher bietet das viele positive Erfahrungen, wie eine Umfrage zuletzt zeigte. Sieben von zehn Befragten wollen auch künftig häufiger von zu Hause aus arbeiten, "Heute" berichtete.

Neben den positiven Aspekten, wie etwa der Wegfall des Arbeitsweges oder die höhere Produktivität, orteten Experten und Psychologen auch einige Probleme.

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Trennung zwischen Arbeit und Freizeit

Viele Menschen berichten, dass es ihnen schwer fällt im Feierabend nach dem Home Office abzuschalten. Die Linie zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmt daheim viel mehr. Eindeutige Signale, wie etwa den Laptop zuzuklappen, sich in anderen Räumen aufhalten oder ein anderes Outfit helfen dabei, in den Freizeitmodus umzuschalten.

Wenn zudem noch Kinder im Haushalt sind, fällt es den Mitarbeitern besonders schwer sich auf die Arbeit zu konzentrieren. "Es geht oft auch gegen das berufliche Selbstverständnis, nicht immer erreichbar zu sein", meint Gesundheitspsychologin Kerstin Kulterer-Prodnik in der "Kleinen Zeitung".

Selbstorganisation

Anders als im Büro wird im Homeoffice selten eine Struktur vom Arbeitgeber vorgegeben. Viele tun sich schwer, selbstorganisiert zu arbeiten. Gesundheitspsychologen raten dazu, einen Tagesplan erstellen, um so die Aufgaben besser einteilen zu können.

Sollte dir der Arbeitgeber keine genaue Arbeitszeit vorgeben, solltest du dir selbst fixe Zeiten setzen, in denen du erreichbar bist, Mails beantwortest und deine Arbeit erledigst. In dieser Zeit sind Hausarbeit, Telefonate mit Freunden und andere Hobbys tabu. So fällt es dir leichter, produktiv zu sein.

Arbeitsplatz

Im Idealfall besitzt man ein eigenes Büro mit einem eigenen Schreibtisch. Viele haben aber dies nicht zur Verfügung. Es ist daher wichtig, den Arbeitsplatz anders zu gestalten, als in der Freizeit. Um nach der Arbeit richtig abschalten zu können, solltest du die Freizeit nicht an dem Ort verbringen, wo du auch arbeitest. Mit dem Laptop im Bett zu surfen oder Mails auf dem Sofa zu beantworten, ist ebenfalls kontraproduktiv.

Bewegung

Da wir uns im Home Office den Arbeitsweg ersparen, fehlt uns auch ein Teil der täglichen Bewegung. Psychologen raten daher zu kurzen Spaziergängen zwischendurch. Vor allem bei Stress bringen sie den Geist wieder in Schwung.

Fehlende Kollegen

Der täglichen Austausch in der Kantine, die Kaffeepause mit dem Lieblingskollegen oder kurze Absprachen mit dem Vorgesetzten fehlen im Home Office. Auch der Flurfunk, bei denen man viele interne Infos erfährt, fällt komplett weg. Video-Meetings oder Telefonate können dies nicht ersetzen. Das Home-Office begünstigt aufgrund der fehlenden sozialen Kontakte die Einsamkeit.

Ablenkung

Schreiende Kinder, Bauarbeiten vor dem Haus, Freunde, die anrufen oder einfache Gegenstände im Zimmer: Der Ablenkungsfaktor am heimischen Schreibtisch ist nicht zu unterschätzen. Er ist ein weiterer Grund dafür, warum sich viele Personen im Home Office schwer tun. Deshalb sind vorgegebene Arbeitszeiten und der Tagesplan wichtig.

Fehlende Motivation

Wenn man sein Team und die Ergebnisse der Arbeit kaum sieht, weil der Blick für das große Ganze fehlt, kann man schon mal die Motivation verlieren. Die soziale Kontrolle durch die Kollegen nervt im Büro vielleicht, ist aber auch ein Antriebsmotor, der daheim nicht vorhanden ist.

Auch wenn viele daheim lieber bequeme Kleidung tragen, ist die Jogginghose im Home Office nicht immer vorteilhaft. Ein Business-Outfit kann den gewünschten Effekt erzielen. 

Nicht nur um produktiver zu arbeiten, ist es hilfreich, sich morgens anzuziehen und nicht im Schlabber-Look vor dem Laptop abzuhängen, auch nach der Arbeit ist es besser wenn du dich umziehst. Es symbolisiert, dass dein Arbeitstag zu Ende ist.