Das teuerste Haus der Welt kommt unter den Hammer

Das Casino di Villa Boncompagni Ludovisi, viel mehr bekannt als Villa Aurora, soll mit einem Eröffnungsgebot von 471 Millionen Euro versteigert werden. Zwei Haken gibt es allerdings.
Das Casino di Villa Boncompagni Ludovisi, viel mehr bekannt als Villa Aurora, soll mit einem Eröffnungsgebot von 471 Millionen Euro versteigert werden. Zwei Haken gibt es allerdings.Ministero della Giustizia
Die Villa Aurora steht mitten in Rom und beherbergt das einzige Deckengemälde von Caravaggio. Ihr Schätzwert: 471 Millionen Euro. Ein Blick hinein.

Nicht etwa die tolle Lage - nur einen Steinwurf von der Spanischen Treppe und den Borghese-Gärten entfernt - oder sein berühmter Erbauer Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte machen die Villa Aurora in Romzum teuersten Haus der Welt. Es sind die berühmten Decken- und Wandgemälde.

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Das Gebäude beherbergt das einzige Deckengemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio. Allein das 2,75 Meter breite Gemälde des italienischen Barockmeisters mit dem Titel "Jupiter, Neptun und Pluto" wird auf 310 Millionen Euro geschätzt. Doch damit noch nicht genug: Caravaggios Zeitgenosse Giovanni Francesco Barbieri, der eher als Guercino bekannt ist, verewigte sich ebenfalls in dem ehemaligen Jagdschloss. Sein Fresko mit dem Titel "Aurora" ist auch der Name der Villa.

Eine reine Kunstsammlung

Die Villa Aurora war Teil eines Landsitzes, der im 16. Jahrhundert von Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte erbaut. Als Kunstsammler und Förderer junger, italienischer Künstler, durfte Caravaggio 1597 die Decke des Alchemielabors gestalten. Der Maler des Frühbarockswurde vor allem wegen der starken Hell-Dunkel-Kontraste in seinen Gemälden berühmt, wodurch die Figuren und Szenen fast schon unheimlich realistisch wirkten.

Einer der Kunst-Experten, die das Deckengemälde der Villa Aurora begutachtet haben, erklärte die Schwierigkeit gegenüber der "New York Times" : Es sei das einzige Wandgemälde, das Caravaggio je gemalt hat – die Experten hätten somit nichts zum Vergleich gehabt. Allein das sei schon außergewöhnlich.

Eröffnungsgebot: 471 Millionen Euro

Der Kardinal verkaufte ihn 1621 an die dem Papsttum nahestehende Adelsfamilie Ludovisi, der das Haus bis heute gehört. Der nun anstehende Verkauf erfolgt nach einem langwierigen Erbstreit infolge des Todes des Eigentümers Prinz Nicolò Boncompagni Ludovisi 2018. Die Auktion wird am 18. Januar mit einem Eröffnungsgebot von 471 Millionen Euro starten.

Der Haken an der Sache

Ein kleines Problem gibt es allerdings - oder besser gesagt zwei: Sobald bei der Auktion ein Gebot angenommen wird, hat der italienische Staat die Möglichkeit, das Anwesen zum selben Preis zu kaufen, weil es unter dem Schutz des Kulturministeriums steht.

Und es kommt noch dicker: Wer am Ende das Haus sein Eigen nennen wird, wird schätzungsweise weitere elf Millionen Euro für die Restaurierung aufwenden müssen. Wobei, dieses Sümmchen sollte nach einer halben Milliarde Euro ein Klacks sein.

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