Delta dominiert in Österreich – so gut wirkt AstraZeneca

AstraZeneca und Pfizer im Vergleich.
AstraZeneca und Pfizer im Vergleich.Getty Images/iStockphoto
AstraZeneca und Pfizer senken zwar das Risiko für Infektion und Hospitalisierung, weisen jedoch eine reduzierte Wirksamkeit bei Delta auf.

Seit Mai 2021 ersetzt die Delta-Variante (B 1.617.2) des neuen Coronavirus zunehmend die vorher dominante Alpha-Variante in verschiedenen Ländern. Die Alpha-Variante (B.1.1.7) und Delta lassen sich anhand bestimmter Genmuster unterscheiden.

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Analyse von Infektionsfällen mit Alpha- und Delta-Variante

Schottische Forscher nutzten nun eine Schottland-weite COVID-19-Beobachtungsplattform (EAVE II), um die Infektionsfälle mit Alpha- und Delta-Varianten und die jeweilige Wirksamkeit der Impfstoffe zu vergleichen. Die Datenbank ermöglicht eine Analyse über etwa 99 Prozent der schottischen Bevölkerung (5,4 Mio. Menschen). Das berichtet "The Lancet".

Mit der Hilfe der Datensätze wurde ein demographisches Profil von COVID-19-Patienten erstellt und ermittelt, welches Risiko für Krankenhausbehandlung bestand und wie wirksam die Impfstoffe gegen Infektion und Erkrankung mit stationärer Behandlung waren. Als Krankenhausaufenthalte aufgrund von COVID-19 galten solche Einweisungen, die innerhalb von 14 Tagen nach einem positiven SARS-CoV-2-Test erfolgten.

Die Analyse wurde mit Infektionsfällen zwischen 1. April und 6. Juni 2021 durchgeführt. Bis 1. April 2021 waren 44,7 % der schottischen Bevölkerung mindestens einmal geimpft, 7,6 Prozent hatten den vollen Impfschutz. Bei Menschen ab 65 Jahren waren 91,2 Prozent einfach und 15,9 Prozent doppelt geimpft. Bis Studienende (6. Juni 2021) waren 59,4 Prozent der Menschen einfach, 39,4 Prozent doppelt geimpft. Bei den ab 65-Jährigen waren dies 91,7 Prozent und 88,8 Prozent.

19.543 bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen, davon  377 Patienten hospitalisiert

Es traten im beobachteten Zeitraum 19.543 bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen auf. Davon wurden 377 Patienten wegen COVID-19 ins Krankenhaus eingewiesen. 7.723 (39,5 Prozent) der Infizierten und 134 (35,5 Prozent) der stationär behandelten Patienten waren mit der Delta-Variante infiziert.

70 Prozent der Patienten hatten keine relevanten Begleiterkrankungen. 70 Prozent der Delta-Fälle waren ungeimpft, im Vergleich zu 75 Prozent der Alpha-Patienten. Die Delta-Variante wurde häufiger bei jüngeren, wohlhabenderen Menschen in Schottland identifiziert.

Unterschiede im Impfschutz

Zudem zeigten sich Unterschiede im Infektionsschutz zwischen den Impfstoffen: Pfizer wirkte zu 92 Prozent gegen Alpha, 79 Prozent gegen Delta. AstraZeneca wirkte zu 73 Prozent gegen Alpha, 60 Prozent gegen Delta.

Hospitalisierungsrisiko bei Delta-Variante nahezu verdoppelt

Das Risiko für eine Krankenhauseinweisung wegen COVID-19 war demnach bei Infektion mit der Delta-Variante nahezu verdoppelt im Vergleich zu Infektionen mit der Alpha-Variante. Das Risiko stieg besonders mit der Zahl der bedeutsamen Begleiterkrankungen an.

Jedoch reduzierten beide Impfstoffe das Risiko einer Infektion und einer notwendigen Krankenhausbehandlung effektiv. Dennoch war die Impfwirksamkeit bei der Delta-Variante deutlich reduziert im Vergleich zur Alpha-Variante. Die Forscher konnten allerdings nur auf begrenzte Zahlen von Krankenhauseinweisungen zurückgreifen und somit keine vergleichende Aussage zur Wirksamkeit der Impfstoffe in diesem Punkt machen. Der Infektionsschutz war jedoch gegenüber der Delta-Variante offenbar weniger effektiv mit dem AstraZeneca-Vakzin als mit dem Pfizer-Vakzin. 

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