"Tod den Lügnern": Iraner wüten gegen Regierung

In Teheran haben am Samstag zahlreiche Menschen gegen die Regierung demonstriert, nachdem iranische Streitkräfte ein ukrainisches Passagierflugzeug abgeschossen hatten.
Nach dem Bekenntnis des Iran, ein ukrainisches Passagierflugzeug versehentlich abgeschossen zu haben, hat es in der Hauptstadt Proteste gegen die Regierung gegeben. Am Samstagabend versammelten sich hunderte Menschen an der Amir-Kabir-Universität in Teheran, um der Toten zu gedenken.

Rücktritt des geistlichen Oberhaupts Ali Chamenei gefordert



Aus dem Gedenken wurde ein wütender Protest, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Demonstranten bezeichneten die iranische Regierung als "Lügner" und forderten die Verantwortlichen für den Abschuss und die tagelange Leugnung zum Rücktritt auf.

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Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, wurde die Demonstration von der Polizei aufgelöst. Die Studenten hätten "schädliche" und "radikale" Sprechchöre gerufen, schrieb Fars, die den Konservativen im Iran nahe steht. Dem Bericht zufolge rissen einige Studenten auch ein Poster des Generals Kassem Soleimani ab, der vor gut einer Woche bei einem US-Drohnenangriff im Irak getötet worden war.

Iranischer Präsident entschuldigt sich



Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat sich in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj offiziell bei der Ukraine für den versehentlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs entschuldigt, bei dem 176 Menschen ums Leben gekommen sind.



Das Militär habe die ukrainische Passagiermaschine unbeabsichtigt abgeschossen, es handle sich um menschliches Versagen, hieß es am Samstag ("Heute.at" hat berichtet). Präsident Rouhani äußerte sein Bedauern, versprach eine gründliche Untersuchung und erklärte: "Dieser unverzeihliche Vorfall muss juristisch konsequent verfolgt werden." Die Familien der Opfer sollten entschädigt werden.

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Knapp zwei Stunden vor dem ukrainischen Passagier-Jet hob auch eine Maschine der Austrian Airlines in Teheran ab – auf der selben Route wie Todesflug PS752. Der Passagierjet mit Ziel Wien war eines von neun Flugzeugen, die am Mittwoch noch vor der ukrainischen Maschine abhoben.

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