Nach tödlichen Schüssen

Demonstranten stürmen Hotel, in dem ICE-Beamte wohnen

Nach dem zweiten tödlichen Schusswaffeneinsatz von ICE-Beamten in Minneapolis kippte die Stimmung – ein Hotel wurde gestürmt und verwüstet.
Nick Wolfinger
26.01.2026, 11:11
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Nach dem zweiten tödlichen Schusswaffeneinsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE binnen weniger als drei Wochen gegen Protestteilnehmer in Minneapolis (Minnesota) kam es Sonntagabend (Ortszeit) zu einer wütenden Demonstration. Für Ärger sorgte dabei auch, dass die US-Regierung Druck auf die Ermittlungsbehörden ausübt, nicht gegen die Todesschützen zu ermitteln.

Einen Tag, nachdem der Krankenpfleger und Einsatzbeobachter Alex Pretti (37) von ICE-Beamten zunächst entwaffnet und dann wehrlos mit 10 Schüssen in den Rücken getötet wurde, eskalierte die Lage am Sonntag.

Heftige Konfrontation in der Lobby

Vor dem Hotel "Home2 Suites by Hilton", in dem zahlreiche der rund 3.000 vor Ort eingesetzten ICE-Beamten untergebracht sind, versammelten sich hunderte, zum Teil vermummte Protestierende. Plötzlich begannen ein Teil der Menge, das Gebäude zu attackieren. "F*ck ICE" und ähnlich lautende Parolen wurde an die Fassade geschmiert. Mit einer Schneeschaufel wurden Fenster zur Lobby eingeschlagen, wie Videos in den sozialen Medien zeigen.

Nur wenige Polizeibeamte des MPD (Minneapolis Police Departement) waren vor Ort, die versuchten, die Protestierenden am Eindringen in das Hotel zu hindern. Anstatt zu schlafen und sich für den nächsten Tag auszuruhen, mussten einige ICE-Beamten selbst tatkräftig mithelfen, den Eingang zu bewachen. Währenddessen errichteten die Demonstranten auf der Straße Barrikaden.

ICE-Beamte stellen sich in Dienst

Als die Lage weiter eskalierte und die Hotellobby bereits stark verwüstet und zum Teil mit Demonstranten gefüllt war, formierte sich ein Teil der untergebrachten ICE-Beamten zu einer uniformierten und bewaffneten Einheit, die mit Tränengas und Pfefferspray versuchte, die Kontrolle über die Hotellobby zurückzugewinnen. Mindestens einer der Beamten wurde durch die Gegenwehr der Menge verletzt, berichtet die "New York Post" (NYP).

Durch den massiven Gewalteinsatz gelang es den Bundesbeamten schließlich, die Menge zu zerstreuen, während weitere Polizeieinheiten zur Verstärkung ausrückten, um die Straße wieder frei zu machen. Zwei Personen seien festgenommen worden, hieß es in einer ersten Bilanz.

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 26.01.2026, 11:13, 26.01.2026, 11:11
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