Am 7. Jänner erschoss ein ICE-Agent (Einwanderungs- und Zollbehörde) in Minneapolis die 37-jährige Renee Nicole Good. Was als Festnahme begann, endete mit drei Schüssen – und einer toten Frau.
Doch der Fall sorgt nicht nur wegen der Gewaltanwendung für Aufregung: Die zuständige FBI-Beamtin Tracee Mergen wollte den Fall als zivilrechtliche Tötung untersuchen – wurde aber laut übereinstimmenden US-Medienberichten vom FBI-Hauptquartier in Washington DC massiv unter Druck gesetzt, die Ermittlungen gegen den ICE-Beamten Jonathan Ross einzustellen.
Weil sie sich dem nicht beugen wollte, zog Mergen Konsequenzen und trat zurück. Ihr Rücktritt reiht sich ein in eine Serie interner Proteste – mehrere Staatsanwälte in Minnesota haben wegen der Causa ebenfalls ihren Hut genommen.
Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen, wie Good offenbar versucht, mit dem Auto wegzufahren – Ross feuert dreimal. Der Fall schlägt nun hohe Wellen: Bürgerrechtsorganisationen fordern eine unabhängige Untersuchung, Kritiker sprechen von Vertuschung auf höchster Ebene.