USA und Iran einig

"Der Krieg war ein politischer Enthauptungsschlag"

Das Rahmenabkommen zwischen USA und Iran verspricht ein Ende des Krieges, doch viele Details bleiben vorerst offen. Ein Experte ordnet ein.
Newsdesk Heute
15.06.2026, 22:24
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Nachdem Washington und Teheran die Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Iran-Kriegs bekannt gegeben haben, bleibt noch vieles unklar. Wie der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärt hat, werden die Details erst nach der Unterzeichnung bekanntgegeben. Diese ist für Freitag in Genf geplant. Einige Punkte sind aber bereits durch Berichte iranischer Medien zur 14-Punkte-Vereinbarung durchgesickert. Nach der Bekanntgabe der Einigung zwischen den USA und dem Iran hat die iranische Nachrichtenagentur Mehr die wichtigsten Punkte des Abkommens veröffentlicht, basierend auf einem vorläufigen Entwurf.

Demnach soll das Abkommen ein "dauerhaftes und sofortiges Ende des Krieges an allen Fronten, einschließlich des Libanon" bringen. Weiters sieht die Vereinbarung die Freigabe von rund 21 Milliarden Euro an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten während einer 60-tägigen Verhandlungsphase vor. Die Hälfte des Geldes soll schon zuvor freigegeben werden. Laut Mehr ist auch geplant, die Sanktionen gegen den Verkauf von iranischem Öl auszusetzen. Die USA würden laut Abkommen die Blockade der Häfen und Küsten, die am 13. April in Kraft getreten ist, aufheben und ihre Streitkräfte aus der Umgebung des Iran "zurückziehen".

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US-Präsident Donald Trump schrieb zur Bekanntgabe der Einigung in seinem Onlinedienst Truth Social, dass die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus "abgabenfrei" wieder für die Schifffahrt geöffnet werde. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete, der Iran werde die Wasserstraße "binnen 30 Tagen gemäß iranischen Regelungen" wieder öffnen. Laut Fars-Agentur hat Teheran aber im letzten Moment die Erhebung von Gebühren für "maritime Dienstleistungen" ins Abkommen aufgenommen. Es handle sich um Gebühren für "Umweltschutz, Schiffsversicherungen und andere notwendige Dienstleistungen".

"Achse des Widerstands"

Das noch zu unterzeichnende Rahmenabkommen soll die Grundlage für weitere Verhandlungen über zentrale Streitfragen wie das iranische Atomprogramm bilden. Geplant sind dafür 60 Tage. In dieser Zeit werden Themen wie die Uran-Anreicherung, Irans Vorräte an hochangereichertem Uran und die langjährigen US- und UNO-Sanktionen besprochen. Die "New York Times" berichtete, dass laut US-Präsident Trump darüber verhandelt werde, ob der Iran seine Anreicherung für 20 Jahre aussetzt. Trump habe aber auch angedeutet, mit einer 15-jährigen Aussetzung einverstanden zu sein.

Ein weiteres Thema ist laut Vizeaußenminister Gharibabadi "der Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung" des Iran nach dem Krieg. Außerdem soll ein Mechanismus zur Überwachung der Einhaltung des Abkommens besprochen werden. Noch unklar ist, ob das iranische Raketenprogramm Teil der Verhandlungen sein wird. Dasselbe gilt für Teherans Unterstützung für israelfeindliche Gruppen, die als "Achse des Widerstands" bezeichnet werden. Beide Themen sind für Israel besonders wichtig. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr wurden diese Punkte aber "endgültig von der Agenda gestrichen".

Sicherheitsexperte Nico Lange ordnete am späten Montagabend die Geschehnisse in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Armin Wolf ein. "Zumindest ist es jetzt so, dass durch Pakistan, einen entscheidenden Vermittler, bestätigt ist, dass es eine Absichtserklärung geben soll", so Lange, ein "Durchbruch" sei das aber noch keiner. Es sei jedoch nichts über Atomprogramm, Raketenprogramm und nur vage Aussagen zur Straße von Hormus bekannt. "Der Krieg war am Anfang sehr erfolgreich" für Trump, so Lange, "es war ein politischer Enthauptungsschlag" mit der Tötung des iranischen Führers.

"Im Grunde mit Geld locken"

Danach habe Trump allerdings "keinen Weg heraus gefunden" und der Iran habe zurückschlagen können. "Dann hat sich das Blatt gewendet" und Trump habe dem Iran fast schon "großzügige Angebote" machen müssen und "im Grunde mit Geld locken" müssen, um überhaupt zu einer Absichtserklärung zu kommen. Aus der Position der Stärke sei für Trump damit fast schon eine Position der Schwäche geworden. Ein "etwas bizarres Zeichen der Zeit" sei, dass Trump über sein eigenes soziales Netzwerk "die vollständige Freiheit der Straße von Hormus anordnet", aber der Iran und Oman sehr wohl Gebühren erheben wollen.

Sollte Geld an das Mullah-Regime fließen, sei das genau das Gegenteil, das alle erwartet hätten, so der Sicherheitsexperte. Wenn man objektive Maßstäbe anlege, könne man Zweifel haben, "ob Trump mit diesem Abkommen jetzt etwas Vernünftiges erreicht", so Lange. Positiv sei aber, dass viele regionale Akteure bei den Verhandlungen beteiligt seien, die an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert seien. Wackelig sei das Abkommen auch mit Sicht auf Israel – einerseits sei es fraglich, ob Angriffe auf Israel etwa durch die Hisbollah eingestellt würden, anderer würde sich Israel nicht einfach angreifen lassen, ohne sich zu verteidigen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 15.06.2026, 22:24
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