Der meistgebaute Mercedes aller Zeiten

In den 1970er- und 1980er-Jahren war die Baureihe W123 von Mercedes allgegenwärtig. Heute ist der 280 E, besonders als Coupé, Kult.
Heute würde man die Baureihe W123 von Mercedes-Benz als E-Klasse bezeichnen, doch die gab es damals noch nicht. Den Käufern konnte es egal sein, denn sie schätzten die Baureihe auch so. Zur Stammkundschaft gehörten neben Privatleuten die Taxifahrer, die den Komfort, die Zuverlässigkeit und die Langlebigkeit der bis dahin erfolgreichsten Baureihe von Mercedes schätzten.

Der W123 ging im November 1975 in Produktion und wurde 1976 der Presse vorgestellt. Er war der Nachfolger des bereits erfolgreichen W114/115 (auch Strich-Acht genannt) und wurde bis 1986 insgesamt rund 2,7 Millionen Mal gebaut. Mit der Topmotorisierung, dem 2,8-Liter-Sechszylindermotor, war der 280 E eine klare Ansage: "Ich kann es mir leisten!"

Was der Neue alles können musste

Im Pflichtenheft stand die Sicherheit weit oben, aber auch der Komfort sollte eine wesentliche Rolle spielen. Die nahende Ölkrise bedeutete zudem für die Ingenieure, dass die Wirtschaftlichkeit der Motoren keinesfalls vernachlässigt werden durfte. Nichtsdestotrotz konnte man den W123 in der Topversion, dem 280 E, mit einem 2,8-Liter-Sechszylindermotor ordern.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wer sich einen 280 E leisten konnte, der war mächtig stolz, durfte sich wie ein Bankdirektor fühlen, und war sich der anerkennenden (oder neidischen?) Blicke der Nachbarn sicher. Trotz einer Länge von 4,72 und einer Breite von 1,785 Metern wirkte er nicht protzig, sondern gab sich mit seinen klar gezeichneten Linien dezent.

Heute eine Motorenlegende

Dem Motor, einer seidenweich laufenden Sechszylindermaschine mit 2.746 ccm Hubraum, gönnten die Ingenieure zwei oben liegende Nockenwellen. Die Einspritzerversion gab 177 PS bei 6.000 U/Min und ein Drehmoment von 234 Nm bei 4500 U/Min ab, später wuchs die Leistung auf 185 PS bei 5800 U/Min und die maximalen Newtonmeter kletterten bei unveränderten 4500 U/Min auf 240.

Die meisten Kunden griffen dabei zum "E", also zur Einspritzerversion, auch wenn diese teurer war als das Vergasermodell. Der Motor wurde auch in der S-Klasse und dem sportlichen SL verwendet. Im Geländewagen der G-Klasse war er von 1979 bis 1989 die Top-Motorisierung.

Neben der Limousine, die 1976 zur Markteinführung angeboten wurde, folgten das Coupé, die Langversion und der Kombi, T-Modell genannt (das "T" stand für "Touristik und Transport"), wobei die Limousine am häufigsten geordert wurde.

Sicherheit fährt mit

Mercedes wollte sich seinen Vorbildstatus im Bereich Sicherheit natürlich erhalten, und so hatte der W123 das meiste an Bord, was damals machbar war. Neben der bekannten, inzwischen bei den meisten Herstellern zum Standard gewordenen Knautschzone wurden die Passagiere bei einem Seitenaufprall durch verbesserte Türen geschützt. Das Dach bot bei einem Überschlag dank Verstärkung einen besseren Schutz, und die Rückleuchten bekamen ihre charakteristischen, schmutzabweisenden Rippen, damit das Fahrzeug besser gesehen werden konnte.

Heute ist der 280 E ein beliebter Oldtimer, der jünger wirkt, als er ist – die Ingenieure in Sindelfingen haben tatsächlich ein Auto auf die Straße gestellt, das den Stern verdient!

Weitere Informationen, viele Bilder, Testberichte und technische Daten gibt es auf www.zwischengas.com.

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