Pirovano taktierte beim Weltcupfinale im norwegischen Kvitfjell nicht, bot eine riskante Fahrt, die der Italienerin sogar den dritten Saisonsieg brachte. Mit 1:30,85 Minuten setzte sich Pirovano um 15 Hundertstelsekunden vor der Olympiasiegerin Breezy Johnson aus den USA und 25 Hundertstel vor der Deutschen Kira Weidle-Winkelmann durch.
Damit hat Pirovano ein echtes Ski-Märchen vollbracht. Sie lag bis zum Abfahrts-Doppel in Val di Fassa nach den Olympischen Winterspielen ohne Stockerlplatz bloß in Lauerstellung im Abfahrts-Weltcup. Dann feierte sie zwei Siege und führte die Wertung plötzlich an. Mit dem dritten Sieg hatte sie nun alles klargemacht. Nachdem die Italienerin mit Nummer 14 in Rennen ging, hätte ein achter Platz gereicht, um die kleine Kristallkugel zu ergattern. Da setzte Pirovano noch einen drauf, hatte 83 Punkte Vorsprung auf Emma Aicher, die Fünfte wurde.
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Ein echtes Ausrufezeichen setzte Team-Kombi-Olympiasiegerin Ariane Rädler. Die Vorarlbergerin raste mit der Nummer 17 noch überraschend auf den guten vierten Platz (+0,29), aufs Stockerl fehlten gar nur vier Hundertstelsekunden. Rädler lag zwischenzeitlich sogar vor der Siegerin Pirovano, verlor ab dem Mittelstück aber. Cornelia Hütter wurde als zweitbeste ÖSV-Läuferin Achte (+0,80). Nina Ortlieb landete auf Rang zwölf (+1,08) und Mirjam Puchner auf dem 13. Platz (+1,13).
Neben Pirovano hatten Aicher, Weidle-Winkelmann und Hütter noch rechnerische Chancen auf die kleine Kristallkugel gehabt. Die bei Olympia in Cortina so schwer verletzte Lindsey Vonn landete immernoch auf dem vierten Gesamtrang der Abfahrtswertung, diese hatte sie lange angeführt.
Beim Weltcupfinale dürfen die Top-25 der Disziplinenwertung, jedenfalls die Olympiasiegerin und Junioren-Weltmeisterin, sowie 50-Punkte-Fahrerinnen an den Start gehen. Punkte gibt es nur für die besten 15 im Klassement.