Nach Gold in Peking wiederholte Benjamin Karl am Sonntag seinen Olympiasieg im Parallelriesentorlauf der Snowboarder in Livigno. Der 40-jährige Routinier raste mit dem Finalsieg gegen den Südkoreaner Kim Sang-kyum zum ersten rot-weiß-roten Gold der Winterspiele 2026 in Cortina / Mailand.
Was ihm dieser Erfolg bedeutet? Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Karl ließ nach der Zielankunft erst einen Urschrei durchs Stadion ertönen, riss sich dann sein Oberteil vom Leib und ließ die Muskeln spielen.
Der Niederösterreicher kniete sich im Zielbereich nieder und wirbelte mit seinen Händen jenen Schnee auf, der ihn zu seiner gesamt vierten Olympiamedaille getragen hatte.
Warum? Karl erklärte seinen außergewöhnlichen Jubel: "Ich warte seit 25 Jahren auf diesen Moment. Hermann Maier war mein großes Idol. Ich weiß nicht, wo er so gejubelt hat. Aber ich wollte ihm diese Pose nachmachen." Der "Herminator" bejubelte seinen Riesenslalom-Sieg beim Saisonfinale 2001 oberkörperfrei. Die Ski-Legende war auf dem Zenit – es sollte jener Frühling vor dem folgenschweren Motorradunfall und dem harten Weg zurück sein.
Karls stolze Bilanz: Silber 2010 in Vancouver, Bronze 2014 in Sotschi, Gold 2022 in Peking. Jetzt setzte er seiner Karriere mit Gold Nummer zwei die Krone auf. Der Routinier hatte schon vor der Saison angekündigt, dass die aktuelle Saison seine letzte sein werde.