Deshalb hält Österreich weiter an AstraZeneca fest

Eine Frau hält eine Ampulle des AstraZeneca-Impfstoffs. Symbolbild
Eine Frau hält eine Ampulle des AstraZeneca-Impfstoffs. SymbolbildANDREAS SOLARO / AFP / picturedesk.com
Die EMA findet, dass AstraZeneca-Vorteile trotz der selten auftretenden Thrombosefälle überwiegen. Auch Österreich hält weiter an dem Impfstoff fest.

Die Europäische Arzneimittelagentur sieht seit Mittwoch nun auch offiziell einen Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und den in Dutzenden Fällen aufgetretenen Hirnvenen-Thrombosen. Diese sollen deshalb künftig als "sehr seltene Nebenwirkung" des Vakzins in allen beiliegenden Broschüren gelistet und medizinisches Personal proaktiv darüber informiert werden.

An der Empfehlung der Arzneimittelagentur ändert das aber nichts. Das Thromboserisiko sei mit etwa 1:100.000 sehr gering, weshalb der Nutzen des AstraZeneca-Vakzins weiterhin die Risken überwiege, so das Fazit der EMA. (Mehr dazu hier >>)

Weil die Vorfälle in der Zwischenzeit aber genaustens analysiert und auch seitens der EMA-Kriterien zur frühzeitigen Diagnose der Symptome und einer Therapie erstellt wurden, hält man auch hierzulande an der bereits früher ausgesprochenen Empfehlung fest. Im Ö1-Morgenjournal schilderte die Impfkoordinatorin des Impfgremiums, Katharina Reich, warum.

Eingangs ging jene auf die Frage ein, ob AstraZeneca auch verwendet werden würde, wenn anderer Impfstoff in ausreichender Menge verfügbar wäre. Die Antwort: Ja, denn immerhin empfehle auch die EMA das Vakzin. Außerdem handele es sich bei AstraZeneca um einen Vektorimpfstoff, weshalb sich die Länder auch darum gerissen haben. Derzeit leide aber der Ruf des Impfstoffs. Jener sei "kein Impfstoff zweiter Klasse", lediglich sein "Bild nach außen" habe sehr gelitten. Reich beruhigt und weist darauf hin:

"Wir wissen, das AstraZeneca ein guter Impfstoff ist, den wir brauchen, um ein gefährliches Virus zu bekämpfen."

Auch Junge sollen sich impfen

Auch Großbritannien habe die Impfung mit AstraZeneca nun ausgesetzt und verweist in einer Studie auf das Risiko der Nebenwirkungen. Im Vergleich zu dem Land, in welchem der Fokus beim Impfen mit AstraZeneca auf jungen Frauen lag, konzentriert man sich in Österreich beim Verimpfen des Vakzins auf alle Personengruppen, nicht nur eine. Doch auch jungen Menschen müsse klar sein, dass sie genauso von einer Viruserkrankung betroffen sein könnten. Daher habe die junge Bevölkerung laut Reich einen deutlichen Vorteil durch die Impfung - "auch gegenüber den Risiken". 

In diesem Zusammenhang ging sie auch auf den Entscheidungsprozess des Impfgremiums ein und betonte, dass auf einer Entscheidung freilich nicht beharrt werden müsse. Die Datenlage zum Impfstoff werde nämlich laufend analysiert und die Vorgehensweise dementsprechend angepasst. Derzeit stehe dem Verimpfen von AstraZeneca daher nichts im Wege. 

Bei Nebenwirkungen Arzt kontaktieren

Sofern es aber tatsächlich dazu kommen sollte, dass Nebenwirkungen auftreten, sollen sich Betroffenen umgehend an einen Arzt wenden. Die Impfkoordinatorin erläutert, dass es sich dabei um Nebenwirkungen handelt, die mehr als drei Tage andauern - zu jenen zählt sie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schmerzen im Abdomen oder den Extremitäten. Thrombosen würden sich durch eine Schwellung, Gefühlsstörung und Schmerzen bemerkbar machen. In einem solchen Fall sei sofort ein Arzt zu kontaktieren und weitere Diagnostik durchzuführen. 

Abschließend ging die Impfexpertin auch auf den Impfplan der Regierung ein. Es sei tatsächlich möglich, im Mai alle Impfwilligen, über 50-Jährigen zu impfen. Die Voraussetzung hierfür seien aber gewiss der fristgerechten Lieferungen der Impfstoffe.  

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