Deshalb kommt es trotz Impfung zu einer CoV-Erkrankung

Ein Corona-Kranker auf der Intensivstation. (Symbolbild)
Ein Corona-Kranker auf der Intensivstation. (Symbolbild)Fabian Strauch / dpa / picturedesk.com
Bei 20 Personen ist trotz Vollimmunisierung eine Corona-Erkrankung mit Symptomen aufgetreten. Ein Experte erklärt, wie es dazu kommen kann.

Am 27. Dezember 2020 wurden die ersten Corona-Impfungen in Österreich verabreicht. Seitdem – also fünf Monate später – wurden bereits zehn Prozent der Bevölkerung vollimmunisiert. 27 Prozent haben zumindest die erste Impf-Dosis erhalten. Dies belegen Daten des elektronischen Impfpasses.

In Zahlen heißt das nun also, dass 2.401.839 Österreicher zumindest einmal geimpft wurden. 886.669 Menschen sind bereits vollimmunisiert. Doch auch bei Geimpften ist es zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus gekommen:

 Bei 20 Personen ist bislang trotz einer Vollimmunisierung eine Covid-19-Erkrankung mit Symptomen aufgetreten. Sechs der Betroffenen sind in Folge der Erkrankung sogar verstorben. (Mehr dazu hier >>

Alle bislang gemeldeten Erkrankungsfälle von Geimpften betrafen den Impfstoff von Biontech und Pfizer, wobei auch die meisten Impfungen mit diesem Vakzin durchgeführt worden sind.

Deshalb kommt es zur Ansteckung

In einem Interview mit Puls24 erklärte Markus Zeitlinger, Pharmakologe an der MedUni Wien, wie es denn überhaupt zu Corona-Erkrankungen trotz zweimaliger Impfung kommen kann. Gleich zu Beginn stellte Zeitlinger klar:

"Das sind grundsätzlich Impfversager. Wir haben ja immer gewusst, dass alle Impfstoffe keinen hundertprozentigen Schutz haben, sondern einen Schutz zwischen 70 und 100 Prozent haben."

Es habe sich jedoch gezeigt, dass die Impfstoffe "Gott sei dank bei den schwereren Formen der Erkrankung grundsätzlich besser wirken, als bei den leichteren Formen der Erkrankung". 

Todesfälle trotz Vollimmunisierung

Die sechs Todesfälle, die in Folge der Corona-Erkrankung trotz Vollimmunisierung aufgetreten sind, erklärt der Experte folgendermaßen: "Auch hier ist leider der Schutz nicht 100 Prozent. Das wissen wir von den großen Studien aus Israel, dass wir da 80-90 Prozent Schutz vor Todesfällen haben." 

Man müsse dies aber in Relation mit den Zahlen sehen. Mittlerweile sind hierzulande knapp 800.000 Menschen mit Biontech vollimmunisiert worden, so der Experte. Von jenen sind sechs Personen aufgrund einer Corona-Erkrankung verstorben. Im Vergleich dazu: 

 "Allein gestern hatten wir in Österreich 25 Todesfälle wegen Corona. Das ist ein ganz kleiner Bruchteil, eine ganz andere Dimension."

Zwar bedeute dies nicht, "dass diese sechs Todesfälle bedeutungslos wären", in Relation sei dies jedoch "um ein Vielfaches weniger". 

Drittimpfung in Österreich

Großbritannien kündigte jüngst an, im Herbst Drittimpfungen durchführen zu wollen. Angesichts der grassierenden Virusvarianten werde wohl auch in Österreich eine dritte Teilimpfung verabreicht werden. Auch Zeitlinger halte es für sehr wahrscheinlich, "dass wir boostern werden".

Noch unklar sei in seinen Augen aber, "ob wir mit dem gleichen Vakzin oder nicht vielleicht schon mit einem modifizierten Vakzin boostern werden, um eben gewisse Mutationen besser abdecken zu können".

Momentan gehe man von einem sechs Monate andauerndem Impfschutz aus, eventuell sogar länger. Doch auch hier lerne man stets dazu, da keine Langzeitdaten zur Verfügung stehen. 

"Aber ja, ich gehe davon aus, dass wir im Herbst die ersten Auffrischungsimpfungen auch in Österreich verabreichen werden."

Impfungen mischen

Impfungen zu "mischen", sprich wie es in Deutschland derzeit getestet wird, erst bspw. Biontech und dann AstraZeneca zu verabreichen, hält der Pharmakologe "für einen sehr vielversprechenden Ansatz". Dennoch sollten Impfstoffe derzeit nur in Studien kombiniert werden.

"Ich denke, dass das ein großer Aspekt in der Zukunft sein wird, aber momentan ist es noch zu früh, das systematisch zu machen, ohne entsprechende Studiendaten zu haben."

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