200.000 Euro für Straches Spion?

Nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos soll Ex-FP-Chef Strache einen Detektiv engagiert haben. Dessen Auftrag: die Parteifreunde Gudenus und Nepp bespitzeln. Die Rechnung schickte er an die FPÖ.
Heinz-Christian Strache fürchtete offenbar nach den Ibiza-Enthüllungen eine blaue Verschwörung gegen sich. Zwei Wochen lang habe deshalb ein Detektiv Johann Gudenus, FP-Wien-Chef Dominik Nepp und weitere Personen beschattet, so die "Krone".

Die Überwachungsfotos sollen bei der Razzia in Straches Klosterneuburger Villa beschlagnahmt worden sein. Die Rechnung soll laut einem Bericht der "Krone" 200.000 Euro betragen haben.

Die FPÖ spricht von weniger, nennt aus Datenschutzgründen aber keine Summe. Beglichen wurde sie jedenfalls nicht von Strache selbst. Sie ging stattdessen an die FPÖ. "Es ist eine Rechnung für einen Detektiv bei der Partei eingegangen", bestätigte FP-Chef Hofer am Donnerstag . Sie sei aber noch nicht bezahlt worden.

"Sie wird an den Auftraggeber weitergeleitet werden", kündigte Hofer an. Über die Bespitzelung zeigte er sich "not amused". Nepp bezeichnete die Beschattungsaktion im "Heute"-Gespräch als "letztklassig". "Ich habe gedacht, wir wären Freunde. So etwas hätte ich mir nie gedacht. Aber jetzt zeigt sich Straches wahres Gesicht."

Wiens FP-Chef will auch nicht ausschließen, dass etwa Hofer selbst oder FP-Klubchef Kickl ausspioniert worden sind. Nachsatz: "Und schon wieder ist Strache Täter." Der äußerte sich via Facebook: "Es gab nach der Aktion des kriminellen Ibiza-Netzwerks engagierte Bürger, welche Hintermänner und Akteure der Ibiza Causa unter Zuhilfenahme von Privat- Detekteien ausfindig machen und zur Aufklärung beitragen wollten."

Manche hätten ihre Ermittlungsergebnisse mit ihm geteilt. "Von mir selber gab es jedoch keinen derartigen Auftrag für Ermittlungen und auch definitiv keine Rechnung an die Partei!"



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