Dramatische Szenen am Flughafen Amsterdam-Schiphol: Eine Kolonne aus Rettungswagen brachte eine 65-jährige deutsche Frau zum Infektionszentrum der Uniklinik Düsseldorf. Sie war zuvor per Spezialflugzeug vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" evakuiert worden, das vor der Küste Afrikas liegt.
Die Frau hatte engen Kontakt mit einer deutschen Passagierin, die am 2. Mai an Bord des Schiffes an dem Virus verstorben war. Laut dem Klinikum handelt es sich "um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion". Die Aufnahme erfolge rein vorsorglich.
Wie der Spiegel berichtet, wurden insgesamt drei Personen von Bord geholt - neben der Deutschen auch zwei schwer erkrankte Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden. Bisher sind drei Menschen an dem Virus gestorben.
Das kleine Expeditionsschiff mit knapp 150 Menschen an Bord lag tagelang vor Kap Verde vor Anker. Nun hat Spanien dem Schiff erlaubt, einen Hafen auf Teneriffa anzulaufen. Dort gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik, in der die verbliebenen Passagiere und Besatzungsmitglieder untersucht werden sollen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt das Risiko für die Öffentlichkeit weiterhin als niedrig ein. Bei dem Erreger handelt es sich um die Andes-Variante des Hantavirus, bei der auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist. Die Traumreise hatte vor rund sieben Wochen an der Südspitze Argentiniens begonnen.