Deutschland will sein Kulturerbe digital sichern. Die Deutsche Nationalbibliothek, das Bundesarchiv und das Deutsche Literaturarchiv Marbach haben im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien einen ambitionierten Plan vorgestellt.
Ab 2027 soll ein zentraler, souveräner Datenspeicher entstehen, der digitale Text-, Bild- und Tonmedien dauerhaft sichert. Dafür soll der Bund bis 2036 rund 150 Millionen Euro bereitstellen.
Wie es bei heise online heißt, soll die IT-Architektur vollständig auf offenen Standards basieren, um eine Abhängigkeit von Softwareherstellern zu verhindern. Als Vorbild dient das französische Programm "Gallica marque blanche", das kleineren Kultureinrichtungen ermöglicht, die Infrastruktur der französischen Nationalbibliothek zu nutzen.
Ab 2029 soll zunächst ein nach außen abgeschirmtes Kernarchiv entstehen. Erst ab 2033 würden die Bestände dann über Schnittstellen von außen erreichbar sein und der Wissenschaft neue Möglichkeiten für großflächige digitale Studien bieten.
Auch das Bundesarchiv drängt auf eine moderne Lösung: Mit dem Auslaufen des Mikrofilms als Sicherungsmedium endet auch die Rolle des "Barbarastollens" bei Freiburg als zentraler Bergungsort. Ein künftiger "digitaler Barbarastollen" soll die Sicherungskopien aufnehmen und idealerweise online zugänglich machen.
Der Deutsche Kinematheksverbund meldete ebenfalls Digitalisierungsbedarf: 93 Prozent der deutschen Filmgeschichte liegen noch ausschließlich in analoger Form vor. Für die Digitalisierung der geschätzten 142.000 Filmwerke aus den Jahren 1895 bis 2010 werden 200 Millionen Euro über 20 Jahre benötigt.