Die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes dürfte später als geplant erfolgen. Statt im Oktober 2026 könnte das digitale System nun erst ein Jahr später starten.
Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, soll die Verschiebung am Dienstag im Nationalrat beschlossen werden. Eine Stellungnahme des Gesundheitsministeriums dazu gab es vorerst nicht.
Schon zuvor war die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes verschoben worden. Ursprünglich sollte das System bereits Anfang 2026 starten. Als Begründung wurde damals die Komplexität des Projekts genannt.
Nun steht offenbar die nächste Verzögerung bevor. Laut einem der APA vorliegenden Schreiben der Österreichischen Ärztekammer soll eine "Intervention der Stadt Wien" dafür verantwortlich sein. Die Kammer beruft sich dabei auf "gesicherte Informationsquellen" im Gesundheitsministerium.
Dem Schreiben zufolge soll es im Übergangsjahr lediglich in Kärnten einen Feldversuch geben. In den übrigen Bundesländern würde der bisherige analoge Eltern-Kind-Pass vorerst weiterverwendet werden.
Die Grünen sehen einen möglichen Zusammenhang mit einer weiteren Gesetzesänderung. Am Dienstag soll im Nationalrat auch beschlossen werden, die Ausnahme für die Übermittlung von Gesundheitsdaten per Fax bis Ende Juni 2027 zu verlängern. Wegen der fehlenden Verschlüsselung könnte dies auch Auswirkungen auf den elektronischen Eltern-Kind-Pass haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht.
Kritik kommt von den Grünen. Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner erklärte: "Wenn sich die kurzfristige Verschiebung des elektronischen Eltern-Kind-Passes bestätigt, dann ist das ein weiterer Beweis dafür, dass diese Bundesregierung bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht liefert. Leidtragende sind wieder einmal jene, die sich auf ein funktionierendes System verlassen müssen: Familien und Ärzt."