Tierischer Notdienst

Kärnten plant Tierarzt-Notdienst für ganzes Bundesland

Nach Jahren ohne tierärztlichen Notdienst in Kärnten, zeichnet sich eine Lösung ab. Eine Förderung soll das System wieder ermöglichen.
Heute Tierisch
29.06.2026, 12:52
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Eine Kärntnerin hat vor drei Jahren eineinhalb Stunden lang verzweifelt einen Tierarzt gesucht, weil ihr Hund kollabiert war. Sie hat in acht verschiedenen Städten und Orten versucht, Hilfe zu bekommen – aber niemand konnte ihr helfen. Seit der Einstellung des "Kleintiernotdienstes" in Kärnten gibt es nach wie vor keine Verbesserung.

Jetzt scheint aber endlich Bewegung in die Sache zu kommen. In der vergangenen Woche haben sich Vertreter vom Land, Städte- und Gemeindebund zusammengesetzt. Dabei wurde eine Förderung in Aussicht gestellt, mit der das System wieder aufgebaut werden könnte.

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„Die bisherige Förderkulisse für den tierärztlichen Notdienst – bis zu 70.000 Euro für ganz Kärnten – wird seitens des Landes weiterhin in Aussicht gestellt. Der Städte- und Gemeindebund steht dem Modell positiv gegenüber“
Beate Prettner (SPÖ)Tierschutzreferentin

Weitere 70.000 Euro könnten von allen Kärntner Gemeinden und Städten gemeinsam kommen, erklärt Gemeindebundpräsident Günther Vallant (SPÖ): "Es ist wichtig, dass es auch außerhalb der Ordinationszeiten eine Stelle gibt, an die sich Tierbesitzer wenden können." Denn viele Tierärzte haben zwar einen Bereitschaftsdienst, aber dieser ist nicht koordiniert. Viele wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen, wenn ihr Tierarzt gerade nicht im Dienst ist.

Muss im ganzen Bundesland möglich sein

Gerade in Zeiten, in denen das Geld in manchen Gemeinden schon für das Nötigste fehlt, ist es natürlich nicht einfach, zusätzliches Geld lockerzumachen. Aber wenn die Förderung auf alle Gemeinden und Städte aufgeteilt wird, bleibt der Aufwand für jeden überschaubar, meint Vallant: "Pro Gemeinde reden wir da von ein paar hundert Euro im Jahr." Im Gegenzug müsse aber sichergestellt werden, dass der tierärztliche Notdienst wirklich in ganz Kärnten verfügbar ist und nicht, wie zuletzt diskutiert, nur in Klagenfurt und Villach.

"Nun liegt es an den Tierärztinnen und Tierärzten beziehungsweise der Tierärztekammer, ein Konzept für eine kärntenweite Umsetzung vorzulegen und einen entsprechenden Förderantrag zu stellen. Dieser wird im Anschluss seitens des Landes wohlwollend geprüft", sagt Prettner.

Folgende Hunderassen würde ein Tierarzt meiden:

Tierärztekammer unterbesetzt

Auch Tierärztekammerpräsident Franz Schantl sieht die Notwendigkeit für einen tierärztlichen Notdienst in Kärnten. Die Kammer selbst könne aber nicht aktiv werden: "Wir sind von der Kammer in Wien angehalten, Projekte, die etwa mit Abrechnungen verbunden sind, zu beenden und Personal einzusparen. Ich habe in Kärnten noch eine Sekretärin in Teilzeit, das ist aber die Ausnahme. In vielen Landesstellen ist der Präsident allein."

„Man kann ja nicht verlangen, dass ein Tierarzt drei Mal in der Woche Nachtdienst macht“

Schantl setzt sich stattdessen dafür ein, dass das einstige Pilotprojekt in Klagenfurt auf den Zentralraum Klagenfurt-Villach ausgeweitet wird: "Und wenn sich dann noch Tierärzte aus Spittal und St. Veit anschließen, hätten wir eine Achse quer durch Kärnten, mit der wir ein Dienstrad zusammenbekommen." Denn dort, wo es ohnehin nur wenige Tierärzte gibt, sei ein durchgehender Bereitschaftsdienst in der Nacht und am Wochenende nicht machbar.

Beim Pilotprojekt in Klagenfurt hat der Magistrat die Organisation übernommen. Auch jetzt wäre die Landeshauptstadt bereit, das zu machen. In Villach sollen demnächst Gespräche mit dem zuständigen Stadtrat stattfinden. Schantl glaubt, dass so ein System mit der in Aussicht gestellten Förderung von 140.000 Euro grundsätzlich umsetzbar wäre.

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.06.2026, 12:52
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