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DFB-Nagelsmann über Gehalt, EM-Plan und Longboards

Was sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet hat, ist nun offiziell: Julian Nagelsmann übernimmt das Amt als deutscher Teamchef. 
Sport Heute
22.09.2023, 13:58
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Nach der Entlassung von Hansi Flick galt der 36-Jährige, der im März von den Bayern freigestellt wurde, als großer Favorit auf den Posten als DFB-Teamchef. Nachdem die Verbandsgremien am Freitag einstimmig zustimmten, wurde Nagelsmann nun offiziell vorgestellt. Der talentierte Coach unterschrieb zunächst nur bis zur Europameisterschaft 2024 im eigenen Land. Am 21. November gastiert er mit der DFB-Elf zum Test-Kracher gegen das ÖFB-Team im Wiener Ernst-Happel-Stadion. 

"Gesunde Aggressivität"

"Das Ziel, eine gute EM im Sommer zu spielen, ist ein extremer Anreiz für mich, eine große Herausforderung. Wir wollen die Nation begeistern, es wird nichts verkompliziert. Wir werden sicher keine 14 Formationen einlernen", erklärte der als Taktik-Fuchs und akribischer Arbeiter bekannte Nagelsmann. "Wir haben eine Idee und eine Struktur entwickelt. Die Headline ist: Gesunde Aggressivität", so Nagelsmann, der einen "attraktiven Fußball" zeigen möchte, mit einer "Aggressivität in Richtung gegnerisches Tor. Es soll dem Gegner auch weh tun, gegen uns zu spielen", betonte der 36-Jährige. Die Zeit ist jedenfalls kurz. Im Oktober steht eine Amerika-Tour mit Duellen gegen die USA und Mexiko auf dem Programm. Dass der Coach nun weniger Zeit hat, mit seinen Spielern zu arbeiten, ist für Nagelsmann kein Problem, er wolle "nichts verkomplizieren. Natürlich ist es so, dass man immer an einem Turnier teilnimmt, um zu gewinnen" 

Warum Nagelsmann nur bis zur EM-Endrunde unterschrieb, erklärte er eindrucksvoll. Er wolle "Vertrauen schaffen über die Arbeit und nicht über das Vertragspapier." Sollte die EM positiv verlaufen, sei eine Verlängerung aber "nicht ausgeschlossen".

"Fehler bei Bayern nicht mehr machen"

Vor rund sechs Monaten wurde Nagelsmann als Bayern-Coach beurlaubt. Die Zeit seither nützte er, um Urlaub zu machen, Gespräche zu führen und zu reflektieren. "Ich bin froh, dass ich jetzt die Chance habe, die Fehler, die ich bei Bayern gemacht habe, nicht mehr zu machen, sondern mich verbessert zu zeigen", ließ Nagelsmann aufhorchen. 

Deshalb betonte der 36-Jährige, auch nicht mehr mit dem Longboard zum Training zu fahren, dies sei "ausgeschlossen". Derartige Auftritte, auch mit der Harley Davidson vorzufahren, wurden dem Ex-Bayern-Coach negativ ausgelegt. Trotzdem hatte er nie Angst davor, das wichtigste Traineramt im deutschen Fußball anzunehmen. Nagelsmann habe sich stets auf sein Bauchgefühl verlassen. "Da kauft man schonmal eine Hose, die man besser nicht gekauft hätte", schmunzelte der 36-Jährige. 

"Verdiene genug Geld"

Für den DFB-Job verzichtet Nagelsmann auf Geld. Sein Vertrag bei den Bayern wäre noch bis 2026 gelaufen, samt eines kolportierten Jahresgehalts von 5,5 Millionen Euro. Nun soll er 400.000 Euro im Monat kassieren, macht 3,6 Millionen Euro bis zur EM-Endrunde. Zahlen, die Nagelsmann nicht kommentieren wollte. Trotzdem meinte der neue DFB-Teamchef, sein Gehaltsverzicht sei nicht der Rede wert. "Dafür will ich keine Lorbeeren, der Job ist ein Privileg und ich verdiene immernoch genug Geld." 

Beim Nagelsmann-Deal hatten auch die Bayern ihre Finger im Spiel – durchaus auch im Eigeninteresse. Denn die Münchner verzichteten nicht nur auf eine Ablösesumme für den Coach, dessen Vertrag nach wie vor Gültigkeit hatte, sondern sollen laut "Bild" sogar noch 1,5 Millionen Euro draufgelegt haben, um ihn von der Gehaltsliste zu bekommen. 

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