Die Straßen sind mit grün-weiß-roten Flaggen geschmückt, aus den Restaurants strömt der Duft von Pizza und Pasta. Doch auf den Bildschirmen laufen die WM-Spiele ohne das Team, das hier alle sehen wollen: Italien.
Im Süden Manhattans, direkt neben Chinatown, liegt Little Italy. Nur zwölf Meilen entfernt findet in knapp vier Wochen das WM-Finale statt. Anfang des 20. Jahrhunderts lebten hier rund 40.000 italienische Einwanderer.
Wie bild.de berichtet, ist die Enttäuschung in diesem WM-Sommer riesig. "Ein Imperium ist gefallen", sagt Carmela Lanzetta (70) über den Niedergang des italienischen Fußballs. Vor 51 Jahren kam sie nach New York – heute führt sie hier ein Restaurant.
"In erster Linie schlägt mein Herz für Italien. In zweiter Linie für die USA", erklärt Lanzetta. Dass die italienische Mannschaft das dritte Turnier in Folge verpasst, überrascht sie nicht: "Die junge Generation in Italien kümmert sich nicht mehr so um Fußball."
Viermal wurde Italien Weltmeister: 1934, 1938, 1982 und 2006. Dazu kommen zwei EM-Titel. Doch für die junge Generation sind diese glorreichen Zeiten nur noch Geschichte.
Alberto Damasco (31) aus Venedig arbeitet im Restaurant seines Onkels in Little Italy. Ohne Italien interessiert ihn die WM kaum: "Es ist traurig, dass Italien nicht dabei ist. Die Weltmeisterschaft ist nicht so gut wie früher."
Nicholas Calvello-Macchia (23) kann sich gar nicht mehr daran erinnern, dass Italien jemals bei einer WM dabei war. Lanzetta hingegen gibt die Hoffnung nicht auf: "Irgendwann wird Italien zurückkommen und es allen zeigen." Bis dahin drückt sie Brasilien die Daumen – wegen des Trainers Carlo Ancelotti.