Moderatorin, Unternehmerin, Juristin, Designerin und ausgebildete Köchin: Silvia Schneider kennt die Gastronomie nicht nur als Gast. Bei "Mindgames" zeichnet die 44-Jährige im Gespräch mit Lukas Riegler ein wenig rosiges Bild von der Zukunft der Branche. "Das Wirtshaussterben ist da und wir werden keine Leute mehr haben", sagt sie.
Vor allem bei der Suche nach Nachwuchs hätten sich die Verhältnisse komplett gedreht. "Mittlerweile ist es ja so, dass du als Arbeitgeber dich beim Lehrling bewirbst, dass der bitte zu dir kommt. Das war ja früher nicht so."
Schneider sieht dabei auch einen Wandel im Umgang mit Anerkennung und Rückschlägen. "Die wollen gelobt werden, bevor sie überhaupt was gemacht haben. Und wenn sie nicht gelobt werden, dann geben sie sofort auf."
Dass eine Ausbildung fordernd sein kann, weiß sie selbst nur zu gut. "Ich habe mich umgedreht und habe ins Waschbecken reingeheult, weil das so ein Druck war einfach", erzählt sie über ihre eigene Kochabschlussprüfung.
Doch ihre Kritik geht über die Arbeitswelt hinaus. Auch beim Thema Erziehung wird sie deutlich. "Kinder sind irgendwie komplett regelfrei und dürfen machen, was sie wollen, wie sie wollen und wann sie wollen."
„Da war ein kleiner Bub, der schlägt seine Mutter“Silvia Schneiderzeigt sich schockiert über dieses Erlebnis
Besonders ein Erlebnis blieb ihr im Gedächtnis. "Ich habe jetzt was ganz Grausiges erlebt. Da war ein kleiner Bub, der schlägt seine Mutter", erzählt sie. Rundherum seien Erwachsene gewesen, doch: "Und keiner tut was."
Für Schneider hängen damit viele Dinge zusammen, Grenzen, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, auch mit unangenehmen Situationen umzugehen. Gerade in der Gastronomie, wo Nachwuchs ohnehin immer schwerer zu finden ist, sieht sie darin ein wachsendes Problem.