Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining kann das Risiko eines vorzeitigen Todes um fast die Hälfte senken. Das zeigt eine neue Auswertung, die im Fachjournal British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde.
Für die Studie begleiteten Forschende knapp 150.000 Menschen über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. In regelmäßigen Abständen erfassten sie, wie viel Zeit die Teilnehmenden mit Krafttraining verbrachten.
Wie chip.de berichtet, hatten Personen, die regelmäßig Ausdauersport betrieben und zusätzlich 60 bis 119 Minuten pro Woche Krafttraining absolvierten, ein um 45 Prozent geringeres Sterberisiko als Menschen, die weder Ausdauer- noch Krafttraining betrieben.
Teilnehmende, die pro Woche zwischen 90 und 119 Minuten Krafttraining absolvierten, hatten ein um 13 Prozent geringeres Risiko, vorzeitig zu sterben. Wer mehr als 120 Minuten pro Woche trainierte, erzielte jedoch keinen zusätzlichen Vorteil.
Die Forschenden sprechen daher von einem Plateau-Effekt: Ab einem bestimmten Umfang scheint der gesundheitliche Nutzen des Krafttrainings zu stagnieren.
Besonders deutlich zeigten sich die positiven Effekte bei Herz-Kreislauf- und neurologischen Erkrankungen. Bei einem wöchentlichen Krafttraining von 90 bis 119 Minuten war das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 19 Prozent geringer.
Das Risiko, an Demenz zu sterben, lag sogar um 27 Prozent niedriger. Auch bei Krebserkrankungen konnten die Forschenden einen positiven Zusammenhang feststellen.
Ausdauertraining allein erwies sich zwar als wirksamer als ausschließliches Krafttraining. Wer jedoch bereits regelmäßig lief, Rad fuhr oder spazieren ging, konnte sein Sterberisiko durch zusätzliches Krafttraining auf nahezu jedem Aktivitätsniveau weiter senken.
Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei der Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt. Ein direkter kausaler Nachweis, dass Krafttraining die Lebensdauer verlängert, lässt sich daraus nicht ableiten.